Als er am Donnerstag im Training Kollege Jajalo abgrätschte, brachte Ammar Jemal (24) seinen Trainer zum Entzücken. „Du bist zurück“, jubelte Stale Solbakken, während Sportdirektor Volker Finke mit seinem Berater Omar Afkir am Spielertunnel fachsimpelte.
Nach dem Aus beim Afrika-Cup wird der Tunesier wohl am Sonntag gegen den HSV in der Viererkette stehen. „Vielleicht schenke ich Torsten Fink ja wieder einen ein“, lacht Ammar. Und nimmt vorm EXPRESS-Gespräch die Teekanne zur Hand.
„Unser Torwart war der beste im gesamten Turnier. Dann scheiden wir wegen seines einzigen Fehlers im Viertelfinale gegen Ghana aus. Das war bitter. Und die Rückreise nach Deutschland war hammerhart. Ich musste über Zentralafrika und Genua zurück, war 15 Stunden lang unterwegs.“
„In den vergangenen sechs Wochen habe ich fast sechs Kilo abgenommen. Ich habe die Ernährung umgestellt und viel Extra-Training im Kraftraum gemacht.“
„Ich hoffe, dass ich spiele und bin bereit. Aber die Entscheidung liegt beim Trainer. HSV-Trainer Fink kenne ich aus meiner Zeit in der Schweiz. Für Bern habe ich gegen Finks Ex-Klub Basel mal ein Tor per Seitfallzieher gemacht. Nach dem Abpfiff kam er zu mir: „Bravo. Du bist ein unberechenbarer Spieler.“
„Als ich 11 Jahre alt war, fuhren wir mit dem Verein weit weg zu einem Spiel. Ich sah die Traurigkeit in den Augen meines Vaters, denn die Söhne seiner Freunde spielten alle. Ich war der einzige Junge, der auf der Bank saß. Ich schwor mir, dass das nie mehr sein darf.“
„Ich höre vor jedem Spiel im Hotel den Koran. Die Botschaft meiner Lieblingssure ist: Für Gott sind alle Menschen gleich. Auf seiner Waage werden sie nach ihren guten und schlechten Taten gewogen.“
„Ich habe Freunde in Köln gefunden, die Stadt ist klasse! Ich bin offen für alles.“
„Ich habe mich schon vor meinem Wechsel nach Köln auf Bundesliga-Niveau gesehen. Deshalb war es keine große Umstellung für mich.“
„Ich mag Filme von John Travolta. Und Basketball.“
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