Dortmund - Pedro Geromel (23) biss vor Wut ins Tornetz. Die Kiste bebte. Wie die Dortmunder Südtribüne dahinter. Was für ein Horror-Ding!
Die BVB-Fans flippten aus, die kölsche Fangemeinde schlug die Hände vors Gesicht: Der Abwehrrecke hatte unbedrängt mit einem Eigentor die 1:3 (1:1)-Pleite des FC perfekt gemacht.
Die Kollegen trösteten den Brasilianer, ein Klapps von Mondragon, Mohamad schüttelte ihm die Hand, doch Geromel konnte es nicht fassen. „Das war das erste Eigentor meiner Karriere. Ich wollte den Ball locker ins Aus spielen - und habe mich verschätzt“, gestand der FC-Star seinen Fauxpas.
Bei den heimstarken Borussen schlug sich der Aufsteiger selbst, legte sich nach starkem Beginn und der verdienten 1:0-Führung durch Nemanja Vucicevic drei böse Eier ins Osternest.
So konnte BVB-Coach Jürgen Klopp seinen Spielern über die Feiertage frei geben, während für die FC-Profis am Sonntag Training ist. Trainer Christoph Daum sichtlich angefressen: „Spiele werden durch Fehler entschieden. Und da haben wir ein paar mehr gemacht.“
Es fing an mit Kevin McKenna. Der Kanadier begann hochkonzentriert - und pennte doch beim Eckball von Jakub „Kuba“ Blaszczykowksi. Daum: „Da haben wir die Zuordnung aufgegeben.“ Sein Gegenspieler Neven Subotic hatte „Macka“ abgeschüttelt, schraubte sich hoch und köpfte unbedrängt ins Eck (29.).
Das achte Gegentor in dieser Saison nach einer Ecke, der 15. Gegentreffer bei Standards - Liga-Höchstwert. „Das war für mich entscheidend. Wenn wir mit einer Führung in die Pause gehen, sieht das hier anders aus“, sagt Manager Michael Meier.
Stattdessen aber übernahmen die Dortmunder die Kontrolle auf dem frisch gelegten Rasen - und gewannen auch das elfte der letzten zwölf Heimspiele gegen Köln. Weil dann auch Mondragon schlecht sah und patzte, Hajnals haltbaren Volleyschuss ins Tor lenkte (49.). Daum: „Dabei haben wir ja noch ein Tor gemacht. Leider auf der falschen Seite.“
Der Pechvogel nach 81 Minuten hieß Geromel. Meier frotzelte: „Den hat er trocken reingemacht.“ Und so bekam der Brasilianer den Dortmunder Spott ab. Als er aus der Kabine schlurfte, schüttelte ein BVB-Ordner ihm herzlich die Hand: „Danke für das tolle Tor.“
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