1. FC Köln
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Empfehlen | Drucken | Kontakt 21.07.2012 - 11:37 Uhr

1. FC Köln am Abgrund: 8,9-Millionen-Minus veröffentlicht

Von ALEXANDER HAUBRICHS
FC-Präsident Werner Spinner.
FC-Präsident Werner Spinner.
Foto: dpa
Köln –  

Gestern stand der FC vor dem Abgrund, heute ist er einen Schritt weiter. Und er hängt mit einer Hand an der Klippe und kämpft gegen den Sturz in den finanziellen Abgrund!

EXPRESS zeigt die Millionen-Löcher des FC:

Die Behauptungen der Geschäftsführer Claus Horstmann und Oliver Leki, der Weg der Konsolidierung werde weiter vorangetrieben, erweisen sich angesichts der am Freitag im Bundesanzeiger pflichtgemäß veröffentlichten Bilanz für das Geschäftsjahr 2010/11 als haltlos.

Da wird ein 8,9-Millionen Euro-Minus ausgewiesen!

Das Ex-Präsidium um Wolfgang Overath sowie die Geschäftsführer gingen vor Jahresfrist ins Risiko. Statt die tiefrote Bilanz beispielsweise durch den Verkauf von Pedro Geromel an Dynamo Kiew auszugleichen (ein Angebot lag vor), schloss man das Geschäftsjahr mit 8,9 Millionen Euro minus ab. Der sportliche Erfolg sollte die Ausgaben decken, doch stattdessen gab es den Super-GAU Abstieg.

Es muss Geld her!

Im Winter schon hatte Overaths Interims-Nachfolger Werner Wolf das 8,9-Millionen-Loch durch den Neuabschluss des IMG-Vertrags und die REWE-Verlängerung gestopft. Doch das waren zukünftige Einnahmen, die jetzt bitterlich fehlen.

Die vom neuen Präsidium beauftragten Prüfungen ergaben zwar eine ordentliche Buchführung und saubere Vertragsabschlüsse. Doch was in diesen Kontrakten steht, treibt den Nachfolgern von Michael Meier, Volker Finke und Co. die Schweißperlen auf die Stirn.

EXPRESS erfuhr: Für die kommende Saison beläuft sich das Risiko allein aus den Kosten für die aussortierten Ex-Stars wie Geromel, Nowakovic oder Rensing auf zehn Millionen Euro!

In den Gremien herrscht die übereinstimmende Meinung: Zukünftig müssen sich Ausgaben und Schuldendienst aus den laufenden Einnahmen decken. Doch erst einmal muss die Liquidität gesichert werden.

Zwar wird das Risiko einer Insolvenz, über das zwischen Verwaltungsrat und Präsidium auch geredet wurde, von einem Gremiumsmitglied auf „unter ein Prozent“ beziffert, aber Geld muss her.

Die geplante Ausgabe von Genussrechten wurde mangels Interesse beerdigt, aber jetzt soll eine neue Millionen-Anleihe her. Die soll kurzfristig aufgelegt werden, zwischen fünf und 12,5 Millionen Euro einspielen und mit sechs Prozent verzinst werden – soviel müssen auch südeuropäische Schuldenstaaten berappen.

Wolfgang Niedecken kritisiert

Der FC und seine Millionenlöcher: 31 Millionen Euro Schulden und große Risiken in der Zukunft. Das neue Präsidium um Werner Spinner wird viel Fleiß, Disziplin und auch Glück brauchen, um den Schuldenberg der Vergangenheit abzutragen.

FC-Fan Wolgang Niedecken.
FC-Fan Wolgang Niedecken.
Foto: Alexander Schwaiger

In einem Sport1-Interview hatte schon die Kölner BAP-Legende und FC-Fan Wolfgang Niedecken gewarnt: „Wir sind hoffnungslos überschuldet, und es könnte sogar noch zu einer Pleite kommen. Dann wird der FC zur Thekenmanschaft.“

„Dazu gibt es nichts zu sagen“, erklärt Präsident Werner Spinner. Der Boss hatte erst kürzlich, nach wilden Internet-Gerüchten über eine mögliche Zahlungsunfähigkeit des FC, im EXPRESS klargestellt: „Jeder weiß, dass wir ein schweres Jahr vor uns haben, gerade wegen der Kostensituation bei den abzugebenden Spielern. Aber Insolvenz? Das ist Quatsch. Wir sind zuversichtlich, die anstehenden Aufgaben ordnungsgemäß lösen zu können.“

Warum Musiker Niedecken jetzt so schiefe Töne anschlägt, bleibt sein Geheimnis. Und nebenbei Stürmer Milivoje Novakovic als „Gomez für ganz Arme“ zu beleidigen, ist weder hilfreich noch taktvoll.

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