Empfehlen | Drucken | Kontakt18.10.2010 - 10:01 Uhr

FC-Manager Meier im EXPRESS-Verhör : „Unsere Außendarstellung ist zum Weglaufen“

Von ALEX HAUBRICHS und MARKUS KRÜCKEN
Manager Michael Meier steht  im Dauerfeuer. Sein Job ist - wie der von Soldo - stark gefährdet.
Manager Michael Meier steht im Dauerfeuer. Sein Job ist - wie der von Soldo - stark gefährdet.
Foto: Eduard Bopp
Köln –  

Der Zoff mit Lukas Podolski, die Posse um Keeper Faryd Mondragon, der Sturz auf den vorletzten Tabellenplatz. Immer mehr im Fokus der Kritik: FC-Manager Michael Meier (60). EXPRESS nahm den Manager ins Kreuzverhör!

Das Theater um Lukas Podolski und Faryd Mondragon, das Vertragshickhack mit Adil Chihi – gleitet Ihnen gerade alles aus den Händen?
Wenn man in den Vorkommnissen der letzten Wochen einen roten Faden sieht, mag das nach außen so aussehen. Aber intern greifen unsere Mechanismen noch. Das hat der Auftritt gegen Dortmund doch gezeigt. Die Mannschaft ist intakt.

Trotzdem hat der FC nur fünf Zähler und rangiert auf einem Abstiegsplatz.
Von so einem Nackenschlag wie dieser Last-Minute-Niederlage gegen den BVB musst du dich erstmal wieder erholen. Das hinterlässt Spuren. Noch haben wir die Möglichkeit, das Blatt zu wenden. Wir brauchen jetzt auch mal ein bisschen Glück. Irgendwann werden die Himmelsstürmer der Liga auch mal wieder landen. Und dann wird sich das Feld ordnen.

Doch der FC droht den Anschluss zu verlieren. Manche sprechen intern vor der Partie in Hannover schon von einem Endspiel!
Ich sehe das als Chance. Wir müssen auf der guten Leistung gegen Dortmund aufbauen. Das ist alles jetzt ein Nervenspiel. Wir müssen die Ruhe bewahren.

Sie sprechen das Glück an. Trainer Zvonimir Soldo scheint es verlassen zu haben. Jetzt lässt er die Torwartfrage offen. Fehlt ihm die klare Linie?
Er will das immer intern halten. Dass das nach außen nicht immer optimal wirkt, sehe ich auch. Er ist halt kein Medienfuchs. Aber das Verhältnis zur Mannschaft ist intakt, es gibt keinen Grund, da jetzt die Nerven zu verlieren. Außerdem: Wer garantiert mir, dass ein neuer Trainer es besser macht?

Apropos Torwartposition. Die entwickelt sich zum Schwachpunkt: Mondragon gekränkt, auch Miro Varvodic hatte gegen den BVB einige Wackler bei Flanken.
Wenn wir jetzt diese Baustelle aufmachen und den Finger in die Wunde legen, dann können wir den Laden bald zumachen. Man sollte Miro die Gelegenheit geben, seine Schwächen abzustellen.

Sie fordern von Novakovic und Podolski zusammen 15 Tore. Aber wie soll das denn gehen, wenn Nova nie spielt?
Nova ist ja nicht außen vor, sondern im Kader. Ob er spielt oder nicht, ist eine Entscheidung des Trainers.

Gibt es bald das Gespräch mit Podolski?
Wir werden mit ihm über seine Aussagen sprechen. Er muss mir da einiges erklären. Aber wir müssen das intern machen, denn wenn wir das über die Medien austragen, verlieren am Ende alle.

Ist durch den Trubel um Mondy, Poldi, Chihi und Co die neue „Leitkultur“ nicht ein Rohrkrepierer?
Das glaube ich nicht, denn jeder muss wissen: Wir kommen hier nur gemeinsam aus der Sache raus. Aber eins gebe ich zu: Unsere Außendarstellung ist zum Weglaufen.

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