Ex-Kapitän Oliver Kahn (43) hat nach dem EM-Aus der Fußball-Nationalmannschaft moniert, dass dem Team von Bundestrainer Joachim Löw die typisch deutschen Tugenden fehlen würden.
„Was ich in den letzten Jahren beobachtet habe, ist so ein bisschen das Verleugnen ganz wichtiger, ganz zentraler Tugenden und Werte, die den deutschen Fußball früher ausgemacht haben - Grundeinstellungen wie Zweikampfhärte, Wille, Leidenschaft, Einsatz. All das hat bei der deutschen Mannschaft diesmal gefehlt“, sagte der Vize-Weltmeister im ZDF.
Man tue seit 2006 so, „als bräuchten wir all diese Tugenden nicht mehr, als könnten wir alles immer ganz leicht, spielerisch lösen. Man hat gerade in diesem Spiel gesehen, wie wichtig diese Dinge sind. Eine dieser Tugenden heißt: Verantwortung übernehmen. Wenn es 0:1 oder 0:2 steht, wo ist dann der Spieler, der Verantwortung für das Team übernimmt...?“, meinte der frühere Weltklassekeeper.
„Es ist oft von den flachen Hierarchien im deutschen Fußball die Rede. Der Nachteil dabei ist, dass die Spieler nicht zur Verantwortung erzogen werden. Und genau das hat in diesem Spiel letztlich gefehlt“, kritisierte Kahn: „Wir sollten uns auf die alten Tugenden besinnen, die den deutschen Fußball groß gemacht haben. Wir sollten uns Gedanken darüber machen, wie wir die modernen Facetten des Fußball, die Spielphilosophie mit den alten deutschen Tugenden verbinden können.“
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