Empfehlen | Drucken | Kontakt29.04.2009 - 00:00 Uhr

Nach Playoff-Aus: Haie bettelten beim Arbeitsamt

Von UWE BÖDEKER
Haie-Geschäftsführer Thomas Eichin.
Haie-Geschäftsführer Thomas Eichin.
Foto: Bopp

Köln - Die Zukunft der Kölner Haie ist nach wie vor noch nicht gänzlich geklärt.

Eine Millionen Euro Altschulden müssen noch irgendwie umgeschichtet werden, erst dann wollen die zehn neuen Investoren mit jeweils 200.000 Euro einspringen.

Wie dramatisch die Situation der Haie durch das erstmalige Verpassen der Playoffs nach wie vor ist, wird jetzt noch mal deutlich: Der Klub bettelte beim Arbeitsamt! Bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) wurde vom KEC ein Antrag auf Kurzarbeitergeld für Angestellte für die Monate März und April gestellt. Den Betroffenen der Finanzkrise werden von der BA bis zu 67 Prozent des Einkommens, das sie netto weniger verdienen, ausgeglichen.

Der Haie-Antrag wurde jedoch abgeschmettert. Christiane Schönefeld, Chefin der Regionaldirektion NRW: „Sportlicher Misserfolg ist keine Folge des Konjunktureinbruchs.“

KEC-Geschäftsführer Thomas Eichin ist stinksauer: „Die Aussage der Dame ist einfach nur dumm. Wenn wir als mittelständisches Unternehmen die Playoffs nicht spielen, fällt bei uns zwei Monate Arbeit weg - da ist Kurzarbeit auch für unsere Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle mehr als berechtigt.“

Laut Eichin habe die Finanzkrise schließlich dafür gesorgt, dass Zuschauer wegblieben und der Verein daraufhin keine Einnahmen hatte, um in der sportlich schlechten Situation noch auf dem Transfermarkt reagieren zu können.

Eichin ist zudem wütend, dass in Deutschland mit zweierlei Maß gemessen wird: „Die Automobilhersteller bekommen Hilfe, die mittelständischen Unternehmen müssen sehen, wo sie bleiben. Oder besser: Bei den Großen kommt der Bundesadler, bei den Kleinen der Pleitegeier. Das kann es doch nicht sein.“

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