Empfehlen | Drucken | Kontakt25.02.2010 - 10:57 Uhr

KEC droht Insolvenz: Liga-Boss spricht schon vom Ausschluss

Von UWE BÖDEKER
DEL-Boss Gernot Tripcke im Canada Hockey Place in Vancouver.
DEL-Boss Gernot Tripcke im Canada Hockey Place in Vancouver.
Foto: Bödeker
Vancouver –  

Das Olympia-Spiel Kanada gegen Deutschland verfolgte der Chef der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), Gernot Tripcke, live im Canada Hockey Place.

EXPRESS traf ihn in Loge 267. Das Interview über die Probleme der Kölner Haie.

Das Interview mit Gernot Tripcke

Herr Tripcke, was sagen Sie zur Krise der Haie?

Tripcke: Wir haben vor einigen Wochen noch gedacht, sie seien auf einem guten Weg, aber jetzt hat wohl die Wirtschaftskrise noch mal voll durchgeschlagen.

Und sportlich läuft es ja auch nicht, wie sie sich das vorgestellt hatten.

Können Sie sich die DEL ohne Haie überhaupt vorstellen?

Ich kann mir Köln ohne die Haie nicht vorstellen. Das wäre eine Katastrophe, für die gesamte Liga natürlich auch.

Ich hoffe, dass jetzt ein Ruck durch die Stadt geht und etwas passiert. Aber mit dem Sponsoring ist es in Köln ja sehr problematisch. Selbst der 1. FC, wo ja alle Sponsoren hinlaufen, gehört ja nicht zu den finanzstärksten Klubs.

Warum haben die Haie solche Probleme?

Die Halle, der Nachwuchsbereich – da fällt einiges an Kosten an. Und wenn dann die Zuschauerzahlen einbrechen, wird es schlimm.

Rodeln oder Bobfahren werden vom Deutschen Olympischen Sportbund und vom Innenministerium finanziert. Was bekommt der Eishockey-Sport?

Das ist ja Sache des Deutschen Eishockey Bundes, aber soweit ich weiß, werden ein paar Trainer bezahlt, viel ist das nicht.

Es ist so, dass sie sich auf die Profiliga verlassen und im Sport müssen die Klubs sehen wie sie Gelder bekommen.

Wie geht es weiter mit den Haien?

In wenigen Wochen beginnen die Playoffs. Eine neue Klausel in unserer Spielordnung beinhaltet, dass zwei Wochen vor Beginn der Playoffs keine Insolvenzverfahren laufen dürfen.

Sonst werden die Haie ausgeschlossen, obwohl sie vielleicht sportlich qualifiziert sind. Das wäre ein großer Schaden für die gesamte Liga, denn die Haie sind ein ganz wichtiger Klub. Ich hoffe, dass sie sich irgendwie in den Sommer retten können.

Aber bei uns gibt es klare Regeln bei der Lizensierung, die gelten für alle, da ist der Name Kölner Haie egal.

Lanxess-Arena: Die Tür bleibt auf

Am Mittwoch nahm die Geschäftsführung der ARENA Management GmbH (AMG) offiziell Stellung. Die wichtigsten Auszüge:

„Der KEC ist ein ganz wesentliches Standbein für die Arena, der Wegfall des DEL-Teams würde einen herben Verlust für uns bedeuten. ...

Demnach ist es das ureigenste und originäre Interesse der ARENA Management GmbH, dass der KEC weiter erfolgreich in der LANXESS arena spielt. ...

Trotz eines gültigen Vertrages war die AMG auf Wunsch des KEC im Jahr 2007 bereit, frühzeitig einen neuen Vertrag auszuhandeln, in dem auf die Wünsche der Haie eingegangen wurde. Der Vertrag trat mit sofortiger Wirkung in Kraft.

Im November 2008 und Dezember 2009 hat die AMG an den KEC außerordentliche monetäre Hilfestellungen geleistet. ...

... Im Rahmen ihrer Möglichkeiten hat die AMG das Sponsoring beginnend mit dem Jahr 2010 noch einmal erhöht. ...

Ohne städtische Unterstützung kann auch die AMG keine weiteren Zugeständnisse mehr leisten. Trotz erheblicher Zahlungsrückstände wird die Arena die Halle bei den kommenden Spielen weiter öffnen. ...

... Der Spielplan der DEL ist zu dicht. Die Stadt Köln leistet keine Zuschüsse, wie es in anderen Städten der Fall ist. In anderen Städten handelt es sich überwiegend um kommunal geförderte und vom Steuerzahler gezahlte Hallen, d.h. man redet hier über eine erhebliche Wettbewerbsverzerrung. Die Arena als privatwirtschaftliches Unternehmen muss reguläre Mieten aufrufen.“

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4 ERC Ingolstadt 135:118 76
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6 Hamburg Freezers 112:117 65
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9 Kölner Haie 107:116 61
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11 Krefeld Pinguine 109:125 59
12 Iserlohn Roosters 117:135 59
13 Nürnberg 96:131 41
14 Hannover Scorpions 94:129 39
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