Empfehlen | Drucken | Kontakt21.02.2010 - 23:29 Uhr

Eichins Hilferuf: Haie: 500.000 Euro oder Insolvenz

Von ARNO SCHMITZ
Foto: Eduard Bopp
Köln –  

Thomas Eichin (43) bekommt so langsam heiße Ohren: „Überall wo ich hinkomme, heißt es: Köln ohne die Haie - das wäre ja unvorstellbar. Ich kann es nicht mehr hören.“

Der KEC-Geschäftsführer kann es nicht mehr hören, weil das Szenario - Köln ohne Haie – leider gar nicht weit weg ist. Denn der Klub kämpft mal wieder ums Überleben!

Die Gehaltszahlungen laufen zurzeit nur stockend. Schwache Zuschauerzahlen, sinkende Einnahmen im Sponsoring, VIP-Karten- und Fan-Artikel-Verkauf - die Wirtschaftskrise langt voll hin. Nach EXPRESS-Informationen ist der laufende Etat um rund eine halbe Million Euro unterdeckt!

„Ja, das ist leider so“, bestätigt Eichin: „Wir brauchen rund 500.000 €, um über die Saison zu kommen – und die ziemlich dringend.“ Und wenn das Geld nicht fließt? „Dann müssten wir im schlimmsten Fall Insolvenz anmelden“, sagt Eichin: „Da bliebe mir als Geschäftsführer keine andere Wahl.“

Dies will der Ex-Fußball-Profi jedoch mit aller Kraft verhindern: „Ich werde hier bis zum letzten Atemzug kämpfen.“ Samstag putzte er im RheinEnergieStadion beim 1:5 des FC gegen Stuttgart Klinken. „Das ist in Köln die Bühne, wo sich viele entscheidende Leute tummeln“, weiß Eichin.

Doch in diesen Zeiten sitzt das Geld nicht so locker, dass da auch für die Haie etwas über wäre. Deshalb will Eichin auch noch einmal bei der Stadt vorsprechen: „Ich werde diese Woche das Gespräch mit dem OB suchen, um ihm unsere Lage zu schildern.“

Schon Freitag tagten die KEC-Gesellschafter - ergebnislos. Ist das Konstrukt der Sport Holding Cologne GmbH, die im Sommer mit zehn Investoren gegründet wurde, nicht in der Lage, das Loch zu stopfen? Eichin möchte dies nicht kommentieren, sagt nur: „Eishockey in Köln ist seit jeher nur mit Hilfe von Investoren überlebensfähig, das war schon zu Erlemanns Zeiten so. Gewinn oder eine schwarze Null schreibst du fast nie.“ Im Vizemeister-Jahr 2008 machte der Klub 500.000 € plus – jetzt hängt er am Fliegenfänger.

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