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Eishockey-Blamage: DEB-Team scheitert erstmals an der Olympia-Quali

David Wolf (r.) gerät mit Gerhard Unterluggauer aneinander.
David Wolf (r.) gerät mit Gerhard Unterluggauer aneinander.
Foto: dpa
Bietigheim-Bissingen –  

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hat ein historisches Debakel erlebt. Erstmals in der Olympia-Geschichte verpasste die deutsche Auswahl auf sportlichem Weg die Teilnahme an den Winterspielen.

Das Team von Bundestrainer Pat Cortina gewann das entscheidende Spiel gegen Österreich erst nach Verlängerung 3:2 (1:0, 0:1, 1:1, 1:0) und belegte damit im Ausscheidungsturnier in Bietigheim-Bissingen nur den zweiten Platz.

Nur mit einem Erfolg nach regulärer Spielzeit hätte das DEB-Team das Sotschi-Ticket gelöst. Während die Österreicher das Ticket für die Olympischen Spiele 2014 lösten, muss die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) beim Turnier der Besten in Sotschi zuschauen. Zuletzt hatten die deutschen Puckjäger 1948 gefehlt - nach dem Zweiten Weltkrieg aus politischen Gründen.

Ex-Kölner besiegeln das Aus

362 Tage vor der Eröffnungsfeier im russischen Seebad am Schwarzen Meer reichte die Tore des Wolfsburgers Benedikt Kohl (19.) und des Iserlohners Michael Wolf (47.) nicht zum Sieg in 60 Minuten gegen den Nachbarn.

Der Ex-Kölner Andre Lakos (32.) und Markus Peintner (53.) besiegelten das Olympia-Aus. Der Siegtreffer von Patrick Reimer (63.) war wertlos für die deutsche Mannschaft.

Cortinas Team bot über weite Strecken seine beste Turnierleistung. Schnörkellos und taktisch deutlich disziplinierter als in den Partien zuvor dominierte die DEB-Auswahl das Geschehen, ließ aber erneut viele Chancen aus. Das rächte sich am Ende.

Für den DEB wird damit ein Horrorszenario wahr. Drei Jahre nach der grandiosen Heim-WM mit Platz vier und dem historischen Sieg gegen den Rekordweltmeister Russland 2011 liegt das deutsche Eishockey am Boden.

Großchancen ausgelassen

Anders als beim 5:1 gegen die drittklassigen Niederländer und beim 1:2 gegen Italien spielte Cortinas Team von Beginn an mit hohem Tempo und mit direktem Zug zum Tor. Im eigenen Drittel flatterten aber erneut die Nerven. Rob Zepp, der im Tor etwas überraschend den Vorzug vor Dennis Endras erhalten hatte, musste mehrmals in höchster Not retten.

Belohnt wurde das DEB-Team beim ersten Überzahlspiel, als Constantin Braun von der blauen Linie abzog und Kohl ins Netz abfälschte traf. Doch es blieb ein Zitterspiel, auch weil Alexander Barta (26.) und Michael Wolf (28.) Großchancen ausließen. Nach Lakos' Ausgleichstreffer riss der Faden. Die erneute Führung durch Wolf glich Peintner aus, die letzten Bemühungen das Ruder in der regulären Spielzeit noch herumzureißen, blieben vergeblich.

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