Empfehlen | Drucken | Kontakt02.09.2010 - 08:19 Uhr

Eichin sauer: Das deutsche Eishockey kämpft ums Überleben

Von UWE BÖDEKER
KEC-Boss Thomas Eichin
KEC-Boss Thomas Eichin
Foto: Eduard Bopp
Köln –  

Der tolle vierte Platz der Eishockey-Nationalmannschaft bei der Heim-WM ist längst vergessen. Kurz vor dem Saisonstart geht viel mehr die Angst um: In der Liga kämpfen fast alle Klubs ums Überleben.

Schon vorher mussten Frankfurt und Kassel aufgeben. Krefeld wankt, Meister Hannover hat riesige Probleme. Auch der einstige Vorzeigeklub der Kölner Haie konnte sich nur mühsam am Leben halten. Jetzt haut KEC-Geschäftsführer Thomas Eichin ordentlich dazwischen. Seine letzte Hoffnung bei der Rettung des Eishockeys: Die Politik muss eingreifen.

Eichin: „Es kann nicht sein, dass wir von den öffentlich-rechtlichen TV-Sendern komplett ignoriert werden. Die Sender haben einen allgemeinen Auftrag, jetzt muss die Politik sich einschalten. Denn unser Sport kann nur überleben, wenn wir auch im TV präsent sind. Nur dann kommen Sponsoren.“

Von den Zuschauerzahlen her ist Eishockey in den großen Hallen ganz klar Publikumsmagnet Nummer zwei in Deutschland, hinter Fußball, vor Handball und Basketball. Die Eishockey-Liga hat einen Vertrag mit Bezahlsender Sky, der gilt nur für Live-Übertragungen. Die Liga stellt zusätzlich den öffentlich-rechtlichen Sendern Videomaterial für die Sportsendungen zur Verfügung.

„Dass der WDR, in dessen Verbreitungsgebiet Düsseldorf, Köln, Krefeld und Iserlohn spielen, dies nicht nutzt, will mir nicht in den Kopf“, wettert Eichin. Beim Thema Fußball wird Ex-Fußballer Eichin wahnsinnig: „Fußball wurde bei der WM von morgens bis abends gezeigt, und dann fangen sie in den Hauptnachrichten auch damit an. Für andere Sportarten finden die Öffentlich-Rechtlichen aber keinen Platz. Das ist unser Haupt-Knackpunkt, den wir ändern müssen.“

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