Die Schließung der Papierfabrik Ende März scheint die Partyszene in Ehrenfeld verkraftet zu haben. Denn wenn etwas schließt, füllt jemand anders die Lücke aus.
Mitternacht an einem beliebigen Samstag an der Haltestelle Venloer Straße/Gürtel: Eine volle Linie 4 stadtauswärts fährt ein und schafft neues Partyvolk heran. An der Haltestelle trennen sich die Wege, es geht weiter zum Underground, zum Club Bahnhof Ehrenfeld (CBE) oder anderen Clubs. Zum Vorglühen geht es zuvor etwa in die Zoo Bar oder Em Drügge Pitter auf der Venloer Straße. Dort überlegt Leonie (27) mit ihren Freunden, wo es hingeht: „Es ist schade, dass die Papierfabrik dichtgemacht hat, da waren meine Freunde oft.“
Der Club hat Leute aus dem ganzen Umland nach Ehrenfeld gelockt. Er hatte im März geschlossen, weil der Mietvertrag für die Zwischennnutzung ausgelaufen war. Hier baut die GAG nun wie geplant Wohnungen.
Doch in Ehrenfeld herrscht alles andere als tote Hose. „Ein Teil der Partys von dort ist jetzt zu uns gezogen oder auch ins Artheater“, erklärt Gabriel Riquelme vom CBE. Das CBE feierte jetzt seinen ersten Geburtstag und baut sein Programm aus, demnächst mit Salsa- Nachmittag sonntags und auch Wellness-Abenden. Der monatliche Bingo-Abend gilt inzwischen als Geheimtipp.
Auch in den Ehrenfelder Bahnhofsbögen tut sich was. Bis Ende 2011 öffnet dort das Kleinkunst-Café „Linie 7“. Geschlossen hat dagegen seit einigen Monaten der erfolgreiche Subbelrather Hof - das Zentrum für Lebensfreuden (Subbelrather Straße) - die Probleme mit den Nachbarn wegen Lärms ließen sich nicht lösen. Aber wo etwas schließt, wird auch künftig jemand die Lücke füllen.
Wir sehen das Tor zu Ehrenfeld
Im Februar wurde Richtfest gefeiert, nun geht der Bau der Moschee in Ehrenfeld in die letzte Runde. Der EXPRESS hat sich umgesehen und zeigt aktuelle Fotos.
Die Suche nach einem Kompromiss
Nach Stuttgart 21 folgt Ehrenfeld 21. Doch am Leuchtturm wird sich wohl kaum ein Aktivist festketten. Durch die aktive Arbeit der Bürgerinitiative Helios gibt es ein Beteiligungsverfahren.
„Alle Bürger sollen sich beteiligen!“
Josef Wirges (SPD), Bezirksbürgermeister von Ehrenfeld, wünscht sich, dass möglichst viele Menschen bei der Bürgerbeteiligung zum Helios-Gelände mitmachen. Ergebnisse gibt es in einem Jahr.