Es ist seine heftigste Rolle: Der Aachener Schauspieler Robert Gallinowski (43) spielt in „Der Mörder unter uns“ (ZDF, Montag, 20.15 Uhr) einen verurteilten Sexualstraftäter, der in ein kleines Dorf zieht.
Kommt Ihnen bekannt vor? Zurecht.
Der ZDF-Krimi ist an den „Fall Karl D.“ angelehnt. Der 57-Jährige wurde wegen Vergewaltigung von drei Mädchen zwischen 14 und 15 Jahren verurteilt, zog nach dem Verbüßen seiner Strafe 2009 in die kleine Gemeinde Randerath, die zur Stadt Heinsberg gehört.
Das gesamte Dorf demonstrierte gegen ihn, Polizisten folgten ihm auf Schritt und Tritt. Zwei Jahre später entschloss sich D. entnervt, freiwillig zur Therapie zurück in eine geschlossene Psychiatrie zu gehen.
„Die Idee zum Film kam mir bei einem Zeitungsartikel dazu“, sagt Drehbuchautorin Zora Holt. „Es war dieser Zwiespalt beim Lesen des Berichts. Einerseits das Mitleid mit einem Mann, der keine Chance auf einen Neustart hat. Andererseits der beunruhigende Gedanke.“
Schauspieler Robert Gallinowski ging’s ähnlich. Er spielte den Sex-Täter von Heinsberg (heißt im Film „Ulrich Wolf“) mit gemischten Gefühlen: „Die spontane Reaktion der Dorfbewohner ist vielleicht zunächst nachvollziehbar – wenngleich ich jede Form von Selbstjustiz und leichtfertiger Verurteilung ablehne. Es ist aber viel zu bequem und ungerechtfertigt, einen Sündenbock auszumachen, an dem sich aller Frust, Hass und jedwede unbewältigten Konflikte und Gewaltbereitschaft entladen.“
Gallinowski geht noch weiter. Für ihn wird der einstige Täter „zum doppelten Opfer - durch das Verhalten seiner Mitmenschen und als Opfer seiner eigenen, beschädigten Psyche.“
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