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Empfehlen | Drucken | Kontakt 18.02.2013 - 22:52 Uhr

Wo Arme und Reiche wohnen!: Neuer Sozialbericht beleuchtet 166 Stadtviertel

Von GÜNTHER CLASSEN und DIMITRI SOIBEL
Der neue Sozialbericht zeigt auch, wo die meisten Hartz-IV-Empfänger
Der neue Sozialbericht zeigt auch, wo die meisten Hartz-IV-Empfänger
Foto: dpa
Düsseldorf –  

10 Stadtbezirke mit 166 Sozialräumen. Ein Düsseldorf? Nur dem Namen nach. Unsere Stadt ist teilweise tief gespalten. Der neue Bericht „Sozialräumliche Gliederung, Fortschreibung 2011“ zeigt ganz ausführlich, wo in Düsseldorf die Armut wächst und wo der Reichtum blüht.

Die Daten der 200-Seiten-Broschüre, die EXPRESS vorliegt, sind zwar schon aus 2011. Aber sie bergen viel Zündstoff für Politik, Verwaltung, Sozialverbände.

EXPRESS nennt die wichtigsten Trends.

• Die meisten Hartz-IV-Empfänger leben, das ist wenig überraschend, in Garath/Hellerhof (21 %), die wenigsten im Norden. Aber: In Garath gibt’s auch ganz unproblematische Viertel mit schmucken Einfamilienhäusern. Und mitten in Einbrungen (gehört zu Wittlaer) Gegenden, wo jedes zweite Kind in einer Hartz-IV-Familie wohnt.

• Der schlimmste Brennpunkt: „Die Siedlung“ in Garath. Hier haben 48 Prozent keine Arbeit und sogar 59,2 Prozent leben von staatlichen Leistungen.

• Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer. Einige Viertel, die 2005 noch unproblematisch waren, zählen jetzt zu denen mit „höherem sozialen Handlungsbedarf“ - etwa Teile der Kölner Straße, der Kuthsweg in Eller. die Hans-Endt-Siedlung im sonst idyllischen Urdenbach. Unterbach oder Niederkassel zählen im Unterschied dafür jetzt zur „Klasse 1“.

• Insgesamt sind von 166 Vierteln 43 laut Bericht mit hohem oder höherem „sozialen Handlungsbedarf“.

• Der Bericht enthält auch Details zur Bildung. Z.B. dass es im Viertel „Moschenhof“ (Ludenberg) 91,9 Prozent der Kinder zum Gymnasium gehen - und keiner (!) zur Hauptschule.

• Das kleinste und größte Viertel liegen ganz nah beinander. 197 Menschen wohnen im Hafen, 18 686 in Bilk rund um die Kopernikusstraße.

• Das sagt Johannes Horn, Chef vom Jugendamt, „Erfinder“ der Studie: „Mit dieser Studie planen 19 Ämter der Stadt Projekte für die Zukunft.

• Thomas Jeschkowski, Vize-Geschäftsführer des DRK: „Ich hoffe sehr, dass die Stadt mit dieser Studie gestaltet und alle Akteure der Wohlfahrtspflege an einen Tisch holt. Jetzt sollen Taten folgen.“

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