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Verhandlungs-Start: Justiz-Panne vor Düsseldorfer Rotlicht-Prozess

Eine Angeklagte auf den Gängen des Gerichts.
Eine Angeklagte auf den Gängen des Gerichts.
Foto: dpa
Düsseldorf –  

Vor dem Prozess um den Düsseldorfer Rotlichtskandal soll der Justiz eine Panne unterlaufen sein. Das Düsseldorfer Landgericht habe schlicht vergessen, einem der Beschuldigten die Anklageschrift zuzustellen, berichteten mehrere Verteidiger am Montag übereinstimmend.

Der Fehler sei zwar bemerkt und korrigiert worden, dem Anwalt des Betroffenen sei dadurch aber nur sehr wenig Zeit für seine Stellungnahme geblieben. Die Anklageschrift umfasst immerhin über 600 Seiten.

Weil seine Bitte um eine Fristverlängerung vom Gericht ignoriert worden sein soll, stellte der betroffene Verteidiger am Montag einen Befangenheitsantrag. Als das Gericht diesen Antrag zurückstellen wollte, hagelte es weitere Anträge aus den Reihen der Verteidiger und der Prozess musste mehrfach unterbrochen werden. Ein Gerichtssprecher bestätigte lediglich, dass es bei dem Befangenheitsgesuch um die Stellungnahme-Fristen gehe.

Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft hat die Rotlicht-Größe Thomas M. und acht weitere Beschuldigte - Gesellschafter, Wirtschafter, Servicekräfte und Prostituierte - angeklagt. Die sollen mit K.o.-Tropfen und anderen Mitteln reihenweise Freier betäubt und dann ihre Kreditkarten geplündert haben. Insgesamt gut 300 000 Euro sollen so erbeutet worden sein.

Für den Mammut-Prozess mit rund 90 Zeugen sind 93 Verhandlungstage angesetzt. „Rotlicht-König“ Bert Wollersheim bleibt die Strapaze erspart: Die Ermittlungen hatten ihn entlastet.


Die Stadt Düsseldorf schloss die Rotlicht-Betriebe im Juli 2012 für mehrere Monate, sie konnten erst mit neuer Geschäftsführung wieder öffnen. Zeitweise saßen neun Beschuldigte in Untersuchungshaft. Die Kredit- oder Scheckkarten der Freier sollen in einigen Fällen bis ans Limit belastet und mehrere zehntausend Euro abgebucht worden sein.

Ex-Bordell-Betreiber Thomas M. kommt in den Gerichtssaal.
Ex-Bordell-Betreiber Thomas M. kommt in den Gerichtssaal.
Foto: dpa
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