Düsseldorf
Aktuelle Berichte aus Düsseldorf und Umland mit Neuigkeiten zu Promis, Skandalen und Veranstaltungen.

Empfehlen | Drucken | Kontakt

Unglaublicher Fall: Zwölfjährige bekam in Zwangsehe ein Baby

In Zwangsehen werden Kinder oft zu Müttern.
In Zwangsehen werden Kinder oft zu Müttern.
Foto: Pixelio (Symbolbild)

Düsseldorf - Zwangsehen in Düsseldorf - das hört sich nach finsterem Mittelalter an. Tatsächlich aber betreut das Jugendamt zur Zeit drei Familien, in denen minderjährige Mädchen (unter 14) verheiratet wurden.

Vor zwei Jahren tauchte der erste Fall auf: Es ging um eine Elfjährige, die hier mit ihrem 22-jährigen Ehemann lebte. Das Paar meldete sich sogar mit Heiratsurkunde an. Am Mitwoch sollte sich der Grieche Hassan N. (damals 20, heute 22) vor Gericht verantworten, weil er eine 12-Jährige geschwängert hatte.

Doch Hassan N. drückte sich. Auch seine „Gattin“ (heute 14) erschien nicht zum Termin. Sie lebt inzwischen mit ihrer Tochter (1) in Griechenland bei ihrem Großvater.

An der griechischen Grenze zur Türkei werden Minderjährige (ein altes Gesetz erlaubt dies) mit Zustimmung der Eltern verheiratet. Die Zwangsehen sind zwar selten. Da sie aber Griechenland als EU-Mitglied absegnet, sind sie auch in Deutschland gültig.

„Ein Skandal“, nennt das voller Empörung Diana Goldermann-Wolf vom Kinderschutzbund. „Staatlich geförderter Kindesmissbrauch - so etwas darf es in Europa nicht geben und verstößt auch gegen die UN-Kinderrechts-Konvention.“

Vollzogen werden darf eine solche Ehe in Deutschland nicht. Das ist Missbrauch von Kindern. 2005 stieß das Jugendamt erstmalig auf eine solche Zwangsheirat. Das Ehepaar erschien sogar mit übersetzter Heiratsurkunde bei der Behörde und wollte eine neue Steuerklasse beantragen.

Nach etlichen Überprüfungen landete der ungewöhnliche Fall beim Jugendamt. Die Familie des Mädchens zeigte sich einsichtig. Die Ehe wurde geschieden, das Mädchen nach Griechenland zurückgeschickt. Dort will sie nun warten, bis sie über 14 Jahre alt ist.

Seitdem achtet das Jugendamt verstärkt auf solche Fälle. Leiter Johannes Horn: „Wir gehen sensibel vor, machen den Leuten klar, dass eine sexuelle Beziehung verboten ist. Achten darauf, dass kein gemeinsamer Haushalt geführt wird.“

Auch Hassan N., der offiziell als Freund der Familie bezeichnet wurde und im selben Mehrfamilienhaus lebte, musste eine entsprechende Belehrung unterschreiben.

Eine Cousine hatte das Jugendamt damals über eine angebliche Eheschließung informiert. Die Kind-„Braut“ aber stritt eine geplante Heirat ab. Sie wolle Kinderärztin werden und erst spät selbst Mutter werden. Jetzt lebt sie mit Kind und Opa in Griechenland.

Ihr Vater (31) zuckt nur die Schultern: „Ich weiß nicht, wie sie schwanger wurde. Keine Ahnung!“ Ende Juli soll erneut verhandelte werden. Dann wird Hassan N. vorgeführt.

Weitere Meldungen aus dem Bereich Düsseldorf
Familienglück im Garten hinterm Haus: Antonia, Maria, Indira, Charlotte, Thomas, Teresa und Vera Geisel
Seine Familie, sein Zuhause
Hier zeigt sich OB-Kandidat Geisel ganz privat

Fünffacher Vater Thomas Geisel ist OB-Kandidat der SPD. Dem EXPRESS zeigt er sein Heim und seine Familie.

Feuerwehrleute auf einer Drehleiter vor dem Mehrfamilienhaus: Viele Bewohner riefen auf den Balkonen um Hilfe.
Bewohner von Balkonen gerettet
Feuer-Katastrophe in Wuppertal: 16 Verletzte

Feuerdrama am Ostersonntag: Bei einem Brand in einem Mehrfamilienhaus in Wuppertal sind am Morgen 16 Menschen verletzt worden. Eine Mutter und ihr Kind kamen in eine Spezialklinik.

Seltener Vorgang am Richterzimmer: Der Hauptangeklagte Thomas M. stellt sich zur Verhaftung in Begleitung seines Kölner Anwalts Johannes Daners.
Rotlicht-Prozess
Hier klopft der Hauptverdächtige beim Richter an

Die Gerichtsposse geht weiter: Nach dem Haftbefehl ging Thomas M. wieder in den Knast.

FACEBOOK
EXPRESS Düsseldorf on Facebook
Düsseldorf-Galerien
EXPRESS Schlagzeiler
Kinoprogramm
Alle Neustarts diese Woche: Alle Filme von heute:
News aus Düsseldorf
Alle Videos
Fortuna-News