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Express.de | Überfall im Südpark: Anwohner rettet Studentin mit „Tatort“-Griff vor Flüchtling
23. March 2016
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Überfall im Südpark: Anwohner rettet Studentin mit „Tatort“-Griff vor Flüchtling

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Wahid G. (24) wurde überrumpelt.

Foto:

Kirchner

Düsseldorf -

Er ist der Held vom Südpark! Klaus Groß (67) stellte einen 24-jährigen Flüchtling, der sich abends mit einem Teppichmesser bewaffnet über eine 19-Jährige hermachte. Als er die Hilfeschreie der Studentin hörte, rannte der Anwohner ohne zu zögern in Hausschuhen los, hechtete über Zäune und nahm den Täter in den Polizeigriff. Dann brachte er ihn zu Boden und setzte sich auf den zappelnden Gegner, bis die Polizei kam.

Nun sagte er vor Gericht gegen Wahid G. (24) aus. „Ich war mit meiner Tochter draußen. Sie hörte die Schreie als Erste. Ich rannte los und sah, wie im Gebüsch ein Paar miteinander kämpfte.“ Und er hörte, wie verzweifelt und voller Panik das Mädchen schrie.

Studentin schwer traumatisiert

„Da greift man doch ein“, so der Held vom Südpark.  „Im Nachhinein denkt man schon, das hätte auch schiefgehen können.“ Aber Jürgen Becker, Anwalt der Studentin, meint: „Er hat meiner Mandantin wahrscheinlich das Leben gerettet.“ Und wie kommt man zu einem Polizeigriff? Klaus Groß lächelnd: „Ich schaue jeden Sonntag Tatort.“

Klaus Groß

Klaus Groß (67) vor einem Plakat des  Düsseldorfer Opferschutzes,  der gestern einen Infostand im Gericht hatte. Er hörte die Hilfeschreie einer Studentin (19) und stürzte sich ohne Zögern auf den Täter. Nahm ihn in einen Polizeigriff und wartete bis die Beamten eintrafen.

Foto:

Kirchner

Bis heute ist die Studentin schwer traumatisiert. Sie traut sich nicht mehr aus dem Haus und weigerte sich weinend, gegen die Täter auszusagen, solange sie im Saal sind.

Flüchtlinge zahlten 2700 Euro für Schlepper

Denn eigentlich waren es zwei Angreifer. Wahid G. und Mustafa H. (19) kannten sich aus dem Iran und waren erst wenige Tage in Deutschland. 2700 Euro zahlten sie an Schlepper, machten sich auf eine dreiwöchige Flucht.

Über Türkei, Griechenland, Slowenien Österreich nach Deutschland. Hier hofften sie auf eine bessere Zukunft. Doch beide nahmen schon in der Heimat Heroin. Dort kostet ein Gramm nur 3 Euro. In Deutschland kommt man da nicht sehr weit. Und so waren Erbe und Ersparnisse bald aufgebraucht.

Überfall aus Geldnot

„Wir mussten an Geld kommen“, meinte einer von beiden. Da lief ihnen die junge Frau über den Weg. Mit einem Teppichmesser bedrohten sie ihr Opfer. Als Mustafa H. die Geldbörse in die Hände bekam, flüchtete er. Sein Kumpel versuchte, die junge Frau, die sich kräftig wehrte, die Böschung runter zu stoßen. Doch die hielt ihn an der Jacke fest. Er stürzte mit. Man rangelte miteinander.

Nachdem Groß die junge Frau befreit hatte, sah er: „Sie war am ganzen Körper verletzt, hatte Würgemale am Hals und  mehrere Messerschnitte.“ Den Komplizen schnappte die Polizei wenige Minuten später in einer Kleingartenanlage. Der Prozess wird fortgesetzt.