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Toten-Hosen-Sänger: Campino: Dieses Jahr war eine Schlacht

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Glücklich und zwischendurch mal zu Hause in Düsseldorf: Campino im Büro der Toten Hosen im Medienhafen.
Glücklich und zwischendurch mal zu Hause in Düsseldorf: Campino im Büro der Toten Hosen im Medienhafen.
Foto: Nicole Gehring
Düsseldorf –  

Er fährt vor mit einem alten Audi. Er ist entspannt und nimmt sich trotz Tourstress viel Zeit. Campino (50), Sänger der Toten Hosen, die auf das erfolgreichste Jahr ihrer 30-jährigen Karriere zurückblicken. Im EXPRESS-Interview spricht er über das Superjahr 2012, Privates, Politik, Geld und seinen achtjährigen Sohn Lenn.

EXPRESS: 30-jähriges Bandjubiläum, 50. Geburtstag, Nummer-eins-Hit „Tage wie diese“, Nummer-eins-Album, neue Liebe, Fortuna-Aufstieg, -Ehrenmitgliedschaft. 2012 war für dich das beste Jahr, oder?

Campino: Das war eine Schlacht, dieses Jahr. Du rast da durch wie in einer Achterbahn. Das braucht ein paar Wochen, um das sacken zu lassen.

Du warst sogar im Bierzelt beim Oktoberfest ...

Das war ja eigentlich eine Wette. Und dann war Uli Hiemer (DEG-Legende; d. Red.) da, Markus Babbel und noch mehr Freunde. Wir hatten schon fünf, sechs Starkbier, und es lief alle 20 Minuten „Tage wie diese“. Irgendwann war ich dann so weit und hab’ gesungen. Aber ich war ziemlich dicht und konnte den Text nicht mehr, es war katastrophal. Am nächsten Morgen hatte ich ein „Mia san mia“-Herz um, 15 Hass-SMS auf dem Handy, und das Video stand bei Youtube.

So schlimm?

Nein. Ich bin ja nicht Prinz Harry. Wenn ich mich nicht mal betrinken kann, habe ich was falsch gemacht.

Fährst du spontan in Urlaub?

Ehrenmitglied: Campino freut sich neben Fortuna-Präsident Peter Frymuth
Ehrenmitglied: Campino freut sich neben Fortuna-Präsident Peter Frymuth
Foto: Jan Ovelgoenne

Ich plane nicht langfristig. Erst mal steht mein Sohn an erster Stelle, ich will eine Zeit mit ihm in Berlin verbringen. Aber ich habe vor, nach Hongkong zu fahren. Da war ich noch nie.

Apropos Lenn: Gehst du auf Elternabende?

Klar.

Wie sieht das aus, Campino auf dem Elternabend?

Ich setze mich auf einen kleinen Stuhl, höre interessiert zu. Bei uns ist das so, dass er bis 16 Uhr in der Schule ist, deswegen kriegt man vom Schulalltag nicht so viel mit. Ich bemühe mich aber, bei den Elternabenden nicht aufzufallen.

Was ist Glück für dich?

Dass wir nach 30 Jahren noch so gefragt sind, dass wir alle noch da sind, dass wir eine Tournee machen, die heftig ist. Mir geht’s trotz aller Schicksalsschläge sehr gut.

Schreibst du mal deine Biographie?

Lieber was anderes. Eine Geschichte mit Spannungsbogen über mehrere Hundert Seiten. Aber ein Buch über den Werdegang der Toten Hosen, da wären höchstens private Aspekte interessant. Da will ich keinem in die Beine fahren. Und je offizieller, je langweiliger!

Es gibt neue Filmprojekte ...

Ja. Ein, zwei hochinteressante Angebote. Aber ich müsste Zeit finden, und es darf nicht die Pläne der Band gefährden. Mal sehen, ob und wie ich mich abseilen kann.

Wie steht es mit der Rente?

Rente? Da habe ich nie eingezahlt. Auch nicht in die Künstlersozialkasse, weil Künstler ja bei uns wie Hochstapelei klang. Aber das Polster ist hoffentlich so groß, dass wir dem Sozialstaat nicht auf der Tasche liegen.

Wie legst Du Geld an?

Campino im Gespräch mit den EXPRESS-Reportern
Campino im Gespräch mit den EXPRESS-Reportern
Foto: Nicole Gehring

Ich hab keinen großen Bezug zu Geld. Aber ich folge dem Rat meines Vaters: breit gestreut. Da waren auch Aktien dabei, was ich eigentlich nicht mag, weil immer Menschen verlieren, wenn andere gewinnen. Ich habe da auch viel Geld verloren. Lieber ist mir deswegen so etwas wie ein Haus, da kann ich Leuten ein faires Mietangebot machen. Und am besten hätte ich wie die Oma das Geld unters Bett gelegt. Methode Dagobert Duck - da hätte ich heute mehr.

2013 ist Bundestagswahl. Merkel oder Steinbrück?

Nur, weil ich der Campino bin, muss ich nicht kategorisch alles von der CDU ablehnen. Ich bin aber eher für Rot-Grün als für Schwarz-Gelb. Aber ich habe wie viele andere Menschen nur noch in wenige Leute in der Politik Vertrauen.

Ist Helmut Schmidt so eine Figur?

Ja, er ist intelligent, eloquent. Aber er ist auch unantastbar. So wie die Opas in der Muppet Show. Oder wie Udo Lattek, der Sonntagmorgen immer weiß, was die Trainer am Samstag falsch gemacht haben. Schmidt hat seine Zeit gehabt, auch seine Fehler gemacht.

Willst du nicht selbst in die Politik?

Auf keinen Fall. Ich kann dieses Taktieren und Kungeln nicht, das ist mir zu blöd.

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