Graffiti oder Kunst? Das ist jetzt die Frage. Der Wandmaler, Kunstakademie-Absolvent und Gerhard- Richter-Schüler Klaus Klinger (56) versteht die Welt nicht mehr. Weil er mit vielen Künstlern aus der Düsseldorfer Kulturszene am Samstagnachmittag die hässliche Unterführung an der Ecke Eller Straße/Mintropplatz „verschönerte“, ermittelt gegen ihn jetzt die Bundespolizei.
Was die Polizei als „Sachbeschädigung“ einstuft, ist für Klinger und seine Mitstreiter in den Vereinen „Farbfieber“ und „Räume für Bewegung“ Kunst im öffentlichen Raum. In einem Brief an den OB und den Rat der Stadt erklärte er schon im Februar, den Tunnel-„Unort“ „schnell, unbürokratisch und kreativ“ neu zu gestalten. Er wolle der Stadt damit ein „Geschenk“ machen.
Klinger malte schon Großprojekte in Lateinamerika, Chile, Brasilien und Kuba. Doch bei der Bahn AG sind seine Pinselkünste und Graffiti-Ornamente nicht so gefragt.
Klinger: „Ich sehe das mit der Anzeige sehr gelassen. Das Drecksloch gibt es schon seit 20 Jahren. Wenn die Bahn nichts tut, dann handeln wir eben künstlerisch.“
Stefan Beckmann, Sprecher der Bundespolizei: „Wir sehen den Verdacht einer Straftat und ermitteln. Eine Genehmigung ist uns nicht bekannt. Es wird ein Strafantrag geprüft.“ Bahn-Sprecher Thorsten Nehring: „Ich kann sagen, dass die Bahn noch die Eigentumsfragen prüft. Es handelt sich hier wohl um eine eigenmächtige Aktion.“
Die Farborgie an der Unterführung rief neben Schaulustigen auch Bundes- und Landespolizei auf den Plan. Doch vor Ort gab es nur viele Fragen, keine Antworten. Die Rechtslage blieb ungeklärt. Die Polizei schritt nicht ein, die Künstler malten weiter. Klaus Klinger: „Das war sehr lustig. Wir haben noch gefeiert.“
Das Ende einer Roller-Nacht
Das Wetter war perfekt, die Straßen in gutem Zustand. Doch am Ende wurde die kultige Düsseldorfer Rollnacht – die Lieblingsveranstaltung aller Inline-Skater der Stadt – von einem schweren Unfall überschattet.
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