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Spurwechsel & Wendemanöver: Darum kracht’s immer mit der Straßenbahn

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Als er plötzlich nach links abbog, wurde dieser Pkw-Fahrer auf der Kreuzung Berliner Allee/Steinstraße von der 701 eingeklemmt. Ein Schwerverletzter, sechs Verletzte.
Als er plötzlich nach links abbog, wurde dieser Pkw-Fahrer auf der Kreuzung Berliner Allee/Steinstraße von der 701 eingeklemmt. Ein Schwerverletzter, sechs Verletzte.
 Foto: Gerhard Berger
Düsseldorf –  

Immer wieder kracht es in Düsseldorf zwischen Autos und den Straßenbahnen. Zuletzt gab es am Dienstag einen schweren Unfall mit einem Schwerverletzten. Schuld sind fast immer die Autofahrer.

Der Ablauf ist immer wieder derselbe: Autofahrer wechseln in der Innenstadt einfach die Spur, biegen über Straßenbahngleise ab oder wenden sogar – und denken dabei nicht daran, dass ja auch eine Bahn herangerauscht kommen könnte.

Genauso ist das einem Autofahrer aus Karlsruhe (40) am Dienstag passiert. Er zog auf der Breite Straße plötzlich von der Geradeausspur nach links, um noch in die Bastionstraße abbiegen zu können. Eine Bahn der Linie 706 konnte nicht mehr bremsen, rammte den Wagen auf der Fahrerseite – der 40-Jährige wurde schwer verletzt.„Solche Unfälle sind allein 2012 37-mal passiert“, erklärt Polizeisprecher Jochen Schütt.

Die schwersten Unfälle: Am 10. Januar 2012 biegt ein Autofahrer am Fürstenwall/Ecke Neusser Straße falsch ab, landet auf den Bahngleisen, der Wagen wird von einer Tram gerammt. Bilanz: ein Schwer- und drei Leichtverletzte. Am 1. Februar 2012 wendet ein Autofahrer verbotenerweise auf der Corneliusstraße. Eine Bahn nimmt das Auto auf die Hörner. Bilanz: ein Schwer-, vier Leichtverletzte.

Am 12. August missachtet der Fahrer eines Mercedes-Coupés am Jan-Wellem-Platz eine rote Ampel. Der Wagen wird von einer Bahn mehrere Meter mitgeschleift. Bilanz: ein Schwer-, fünf Leichtverletzte.

„Fast immer sind die Autofahrer schuld“, sagt Schütt. Oft sind es auswärtige Fahrer, die Straßenverkehr mit Straßenbahnen nicht gewohnt sind. Die Fahrer würden in den heutigen Autos auch von immer mehr Features abgelenkt: Navis, Telefone, HiFi-Systeme.

Oft werden auch die Bremswege der Bahnen unterschätzt. „Bei 30 km/h liegen die Anhaltewege bei mindestens 35 Metern“, erklärt Rheinbahn-Sprecher Eckhard Lander. „An den Bahnen entstehen pro Unfall zwischen 5.000 und 20.000 Euro Schaden“, sagt Lander. Ganz abgesehen von den verletzten Fahrgästen, die bei den Notbremsungen stürzen.

Was kann man tun? „Bei der Beschilderung und im baulichen Bereich nicht mehr viel. Da haben wir eigentlich schon alles ausgeschöpft“, sagt Andrea Blome, Leiterin des Amtes für Verkehrsmanagement. Zu viele Schilder sind übrigens auch nicht gut. „Verkehrspsychologisch führt das zu Überforderung, und dann werden die Hinweise gar nicht mehr beachtet“, weiß Blome. „Es bleibt nur der Appell an die Autofahrer: Seien Sie aufmerksam im Straßenverkehr, zu jeder Zeit“, betont Jochen Schütt.

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