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Soldat als Held von Heerdt: Steven (21) schnappte Messerstecher

Steven Müller (21, oben) und seine Mutter Gabriele (50, rechts) wurden Zeugen der Messerattacke. Steven schnappte den Täter.

Steven Müller (21, oben) und seine Mutter Gabriele (50, rechts) wurden Zeugen der Messerattacke. Steven schnappte den Täter.

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Classen

Düsseldorf -

Sonntag, 13.45 Uhr. Schreie auf der Rheinallee. Hilferufe! Eine Frau greift sich an den Bauch, hat die Hände voller Blut. Ein Mann flüchtet, verliert ein abgebrochenes Messer. Der Bundeswehrsoldat Steven Müller (21) und seine Mutter Gabriele (50) erleben das Drama mit, sehen das Blut. Entsetzen!

Doch der Obergefreite erkennt sofort, was passiert ist, spurtet dem Mann hinterher. Die Mutter ruft ihm ängstlich nach: „Steven, Steven!“ Doch er läuft und läuft, holt den Messerstecher nach fast tausend Metern ein, hält ihn fest, übergibt ihn der Polizei. Steven Müller ist der Held von Heerdt!

Das nennt man Zivilcourage: Zupacken statt wegschauen! Mit Stevens Hilfe konnte der 45-jährige Neusser türkischer Abstammung an der Star-Tankstelle am Nikolaus-Knopp-Platz festgenommen werden. Er hatte versucht, seine ebenfalls türkischstämmige Frau zu erstechen.

Gegen den Mann erging Haftbefehl wegen versuchten Totschlags. Die lebensgefährlich verletzte Frau überlebte nach einer Not-OP. EXPRESS besuchte den Unteroffiziersanwärter Steven Müller beim Panzergrenadierbataillon 212 in der Rommel-Kaserne in Augustdorf (Kreise Lippe).

Der 21-Jährige berichtet von der Tat: „Das war ein Horror-Erlebnis: Ich kam mit meiner Mutter von einem Besuch aus der Heerdter Klinik, als ich die Messerattacke sah. Der Mann lief mit blutigen Händen an mir vorbei. Ein Messer fiel ihm aus der Hand. Mit weiteren Zeugen bin ich hinterher. Die Rufe meiner Mutter habe ich gar nicht mehr gehört.“

Die Verfolgung ging vom Heerdter Krankenhaus bis zur 1000 Meter entfernten Star-Tankstelle. Zwei „Mitläufer“ hatten schon aufgegeben, nicht aber Steven Müller.

Der 21-Jährige: „Ich dachte an keine Gefahr, ich bin topfit, wusste genau, was zu tun ist. An der Tankstelle griff ich mir den Kerl, hielt ihn fest. »Ich habe nichts gemacht«, rief er.

Dann fing er an, zu telefonieren. Ich auch – mit der Polizei. Der Mann lief zu einem Wassereimer, wusch sich das Blut von den Händen. Dann wollte er abhauen. Ich verstellte ihm den Weg. Dann kam die Polizei.“

Gabriele Müller, Mutter des tapferen Soldaten, erzählt: „Als ich das Blut sah, das Messer … und mein Sohn hinterher, da bekam ich Angst, wollte ihn zurückrufen. Aber der hörte nicht, rief noch: »Bring die Frau in die Klinik!« Dann sah ich ihn nicht mehr. Ich war tief besorgt um meinen Jungen, doch die Schwerverletzte musste doch ins Krankenhaus.“

Einen Tag später bekam Steven Müller einen Anruf von der Polizei. Die war voll des Lobes über die Heldentat des 21-Jährigen - eine Tat reif für den XY-Preis für couragierte Bürger, mindestens aber für eine Ehrung durch den OB der Stadt!

Eine Ehrung ist Steven Müller sicher. Bundeswehr-Leutnant Christian Brünnecke (35): „Wir sind stolz darauf, einen Kameraden mit so viel Zivilcourage zu haben. Wir werden seinen Einsatz in der Truppe vorstellen.“ Das größte Lob aber kommt von der Mama: „Ich bin so stolz auf meinen Sohn, er ist ein Held in Uniform!“