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Sex-Priester: Jetzt muss er vors Kirchengericht in Rom

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Sechs Jahre Knast: Georg K. in Krefeld vor Gericht.

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Samla Fotoagentur

Willich/Aachen/Rom -

Wegen 25-fachen Missbrauchs von Jungen wurde der aus Südafrika ausgelieferte Willicher Sex-Priester Georg K. (40) zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt.

Seine Revision gegen die „zu harte Strafe“ wurde vom Bundesgerichtshof abgewiesen. Jetzt muss er vors Kirchengericht in Rom. Sein Bischof hat seine Akte der Glaubenskongregation vorgelegt. K. droht die Entlassung aus dem Kirchendienst.

Nach den Missbrauchsfällen am Niederrhein hatte sich K. als Missionar nach Südafrika abgesetzt. Dort soll er sich erneut an Kommunionkindern vergriffen haben. Die Kirche ließ die Opfer alleine.

K. wollte Strafreduzierung

K. wurde der Pass abgenommen, das Verfahren gegen ihn aber eingestellt wegen eines Haftbefehls aus Krefeld. Südafrika lieferte den Priester aus. Hier kam er sofort in den Knast.

Nachdem er vom Landgericht Krefeld sechs Jahre Gefängnis kassiert hatte, wollte K. die Strafe reduziert haben. Doch seine Revision scheiterte.

Jetzt kommt für K. der nächste Akt. Das Kirchengericht in Rom, bekannt auch unter dem Namen „Glaubenskongregation“, bekam vom Aachener Bischof die Akte mit dem rechtskräftigen Urteil.

Schicksal in Hand der Glaubenskongregation

Bistumssprecher Stefan Wieland: „Unser Bischof hat den Vorgang nach Rom übermittelt. Dort wird über die Entlassung aus dem Priesterstand entschieden.“ Unter Vorsitz des Präfekten Kardinal Josef Müller wird in Kürze im „Heiligen Offizium“ (früher: „Inquisition“) entschieden, wie es mit Pfarrer Georg K. weiter geht.

Der vom Papst eingesetzte Chef des Offiziums gilt in der Kirche als umstritten, weil er nicht hart genug gegen pädophile Priester vorgehe.

Müller spricht gerne von „Medienhetze“, wenn ihm etwas nicht passt. 2007 hat er einen Priester wieder eingesetzt, der wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt wurde.

Als eine schwarze Kasse in seiner Finanzverwaltung entdeckt wurde, kritisierte er, statt den Fall aufzudecken, die deutsche Presse, die den Fall an Tageslicht gebracht hatte. Georg K.’s Schicksal liegt jetzt in der Hand der 23-köpfigen Glaubenskongregation.