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Runder Geburtstag : Pfarrer Spies - ein echtes Christkind

Darf 70 Kerzen auspusten: Der Düsseldorfer Pfarrer Paul Ludwig Spies feiert an Heiligabend seinen runden Geburtstag.
Darf 70 Kerzen auspusten: Der Düsseldorfer Pfarrer Paul Ludwig Spies feiert an Heiligabend seinen runden Geburtstag.
Foto: Johannes Galert
Düsseldorf –  

Er ist ein echtes Christkind. Düsseldorfs bekanntester Pfarrer, Paul Ludwig Spies, wird am Heiligen Abend 70 Jahre alt. Jahrzehnte zelebrierte er am Weihnachtsabend die Messe in St. Antonius am Fürstenplatz und feierte damit gleichzeitig auch seinen eigenen Geburtstag. Seit drei Jahren ist er im kirchlichen Ruhestand, liest nur noch gelegentlich Messen.

Dass ich am 24. Dezember geboren wurde, ist Zufall und hatte natürlich nichts mit meiner Entscheidung zu tun, katholischer Priester zu werden“, so der Geistliche. In der Stadt ist er sehr beliebt und wird gern eingeladen, vor allem von Karnevals- und Sportvereinen. Kein Zufall. Denn seit fast drei Jahrzehnten steht Spies als Präsident an der Spitze des Traditionsvereins Turu Düsseldorf. Als der Fußballclub aufgestiegen war, strich er vor Begeisterung die Treppen von St. Antonius persönlich in den Vereinsfarben Blau und Weiß. Seinen Kirchenoberen gefiel das nicht.

Auch zum Brauchtum hat er vielfältige Beziehungen. So war er es, der vor 14 Jahren den Gottesdienst der Karnevalisten ins Leben rief. Spies über den Karneval. „Unser Herrgott will ja nicht, dass wir alle in Sack und Asche herumlaufen. Zum Leben eines Christen gehört auch das Lachen und die Fröhlichkeit.“

Und er trat bei Sitzungen nicht nur als Bänkelsänger, sondern sogar mal als Tanzmariechen auf. Da runzelten andere katholische Pfarrer dann doch die Stirn.

Der Teufel ist in seiner Wohnung übrigens persönlich zu Gast – als Puppe eingesperrt hinter Gittern. „Und da bleibt er auch, damit er keinen Unfug anstellen kann“, sagt Spies. Nicht nur am Altar die Glaubensbotschaft verkünden, sondern den Menschen nahe sein – das gehört für Spies ganz besonders zum Beruf eines Seelsorgers. Und so geht er gelegentlich in die Gaststätte „Vossen“, nur ein paar Meter von seiner früheren Wirkungsstätte St. Antonius entfernt, trinkt hier am Tresen ein Alt, unterhält sich mit den Stammgästen über ihre Nöte und Sorgen – und natürlich auch über Fußball. Wenn er kommt, hat er hier seinen eigenen Platz. Ein kleines Schild an der Theke weist darauf hin: „Reserviert für Pfarrer Paul-Ludwig Spies.“

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