Sie sind so etwas wie die „letzte Reserve“ der Rheinbahn – die Verwaltungsangestellten des Unternehmens. Wegen der Grippewelle müssen sie jetzt für die kranken Kollegen einspringen und selbst die Busse und Bahnen fahren.
Personal- und Fahrzeugplanung – damit sollte sich eigentlich Walter Seulen (57) den ganzen Tag bei der Rheinbahn beschäftigen. Doch jetzt muss der Betriebshofleiter auch selbst fahren.
„Zwei bis dreimal pro Woche bin ich entweder mit den Bahnen oder Bussen unterwegs“, erzählt Seulen. „Und dann kommt noch meine normale Arbeit hinzu. Ich muss also jede Woche Überstunden machen …“
Wie lange er die Bahnen noch fahren muss, kann keiner sagen, denn 150 Fahrer sind in den vergangenen Tagen wegen der Grippewelle bei der Rheinbahn ausgefallen. Mehr als zehn Prozent liegt also zurzeit flach. Noch nie hatte die Rheinbahn einen solchen hohen Krankenstand. Angesteckt wurden die Fahrer unter anderem durch die hustenden Fahrgäste.
„Wir mussten deswegen reagieren“, erläutert Rheinbahnsprecher Georg Schumacher. „Um Zugausfälle zu vermeiden, haben wir Schulungen für die gesunde Fahrer ausgesetzt, bis sich die Krankheitslage wieder entspannt. Außerdem haben wir zehn Verwaltungsangestellte aktiviert, die jetzt wieder als Fahrer arbeiten.“
Walter Seulen war einer der fahrenden „Bürohengste“. „Bahnfahren ist ja für mich nichts Neues“, sagt der 57-Jährige. „Bevor ich mich weitergebildet habe, habe ich vor Jahren lange selbst als Fahrer gearbeitet.“
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