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Pfarrer schnappt Räuberbande: Ich bin auf keinen Fall ein "Pater Brown"

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Pfarrer Karl-Heinz Alders entdeckte die Räuber.
Pfarrer Karl-Heinz Alders entdeckte die Räuber.
Foto: privat
Krefeld –  

Es ist ihm unangenehm, dass ihn manche Gemeindemitglieder als „erfolgreichen Hobbydetektiv“ betrachten. „Ich bin auf keinen Fall ein »Pater Brown«“, betont Pfarrer Karl-Heinz Alders. Aber immerhin: Nur dank seiner Hilfe konnte die Polizei ein besonders übles Räuber-Trio zur Strecke und jetzt vor den Kadi bringen …

Dennoch: „Ich habe doch niemanden als Verbrecher überführt“, betont der Gemeindepfarrer von St. Gertrudis in Krefeld-Bockum. „Ich habe lediglich eine Beobachtung gemacht – und dann die Polizei informiert.“

Es war an einem Samstag, frühmorgens um kurz nach 6 Uhr: Im Durchgang zwischen Alders’ Pfarrhaus und der Bockumer Kirche bemerkte der Pfarrer drei finstere Gestalten.

„Die Männer trugen Kapuzen-Shirt, waren also kaum erkennbar. Und ich hatte das Gefühl: Die spähten dort irgendetwas aus. Ich wollte zwar keine Pferde scheu machen – aber ich habe doch auf jeden Fall mal die Polizei gerufen.“

Diese täuschend echt wirkenden „Soft-air-Waffen“ hatten die Täter bei ihrer Festnahme dabei.
Diese täuschend echt wirkenden „Soft-air-Waffen“ hatten die Täter bei ihrer Festnahme dabei.
Foto: SONY DSC

Mit diesem Gefühl lag der katholische Geistliche richtig: Die Polizei schickte schnellstmöglich mehrere Streifenwagen und konnte die Verdächtigen noch vor Ort festnehmen. Und sie stellte fest: Da waren ihr richtig große Fische ins Netz gegangen!

Zwischen dem 29. Oktober 2011 und dem 16. Februar 2012 hatten die drei gemeinsam mit zwei weiteren Komplizen bereits vier Tankstellen überfallen. Diesmal hatten sie es offenbar auf einen „Netto“-Supermarkt abgesehen, der genau gegenüber dem Pfarrhaus liegt.

Als die Polizeibeamten zugriffen, wurden sie auch prompt fündig: Die drei Verdächtigen hatten schwarze Sturmhauben, Handschuhe und Soft-air-Waffen dabei - die echten Pistolen täuschend ähnlich sehen.

„Ich hatte mir gesagt: »Halte dich zurück – sprich die Männer nicht an!«“ erzählt Pfarrer Alders. „Und die Polizeibeamten haben mir später gesagt, dass das genau richtig so war … sonst hätten sie womöglich vor ihrer Festnahme fliehen können.“ Und er hat sich obendrein nicht selbst in Gefahr gebracht: Immerhin hatten die Täter in einer Tankstelle gedroht, dem Tankwart „den Schädel wegzublasen“, und in einer anderen, ihr Opfer „abzuknallen“.

Das räuberische Trio steht inzwischen mit zwei Komplizen vor Gericht. Und vor dem Landgericht legten sie gleich zu Prozessbeginn ein Geständnis ab.

Ihr überraschendes Motiv: nicht etwa Geld-Mangel, sondern Gruppenzwang – sie wollten gegenüber ihren Kumpanen „cool wirken“. Die Beute hätten sie für Kleidung, Speisen und Getränke ausgegeben.
Der Prozess wird heute fortgesetzt. Es sind fünf Verhandlungstage angesetzt.

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