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Osterath kämpft: Aufstand gegen die Strom-Riesen

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Fast ganz Osterath protestierte vor einigen Wochen gegen den geplanten Stromkonverter.
Fast ganz Osterath protestierte vor einigen Wochen gegen den geplanten Stromkonverter.
 Foto:  Ingel
Meerbusch –  

Die Energiewende soll kommen – und dafür braucht Deutschland neue Stromleitungen. Der Ökostrom muss von Norden nach Süden – und soll in Meerbusch-Osterath einen Zwischenstopp machen. Ein ganzes Dorf kämpft jetzt gegen das Großprojekt mit dem riesigen Strom-Konverter.

Bis zu 20 Meter hoch und möglicherweise bis zu 200 Meter lang soll die Halle für den Konverter werden. In der Halle soll der Ökostrom von den Windparks in der Nordsee für das Ruhrgebiet abgezwackt und auch nach Süddeutschland weitergeleitet werden.

Walter Bruder.
Walter Bruder.
 Foto: Uwe Schaffmeister

Für Walter Bruder bedeutet das: „Umziehen. Hier wohnen können wir dann nicht mehr.“ Bruder hat ein Haus direkt neben dem geplanten Konverter.

Er fürchtet nicht nur den Riesenbau, auch Strahlung und Umweltbelastung könnten ihm das Leben zur Hölle machen. „Die Häuser direkt betroffenen Osterather werden massiv an Wert verlieren“, fürchtet Karsten Weigmann von der eigens gegründeten Bürgerinitiative.

Den Kampf führen diese 12 000 Osterather Davids auch gegen Goliaths wie RWE (fast sechsmal so viele Mitarbeiter wie Osterath Einwohner hat). Die sollen mit starker Lobbyarbeit dafür gesorgt haben, dass der Netzausbau auch für ihre Braunkohlekraftwerke ausgelegt wird.

Leitung 2 ganz links soll von der Nordsee über Osterath nach Süden führen – aber zuerst wird nur der Abschnitt von Meerbusch nach Karlsruhe gebaut. Für den Braunkohlestrom?
Leitung 2 ganz links soll von der Nordsee über Osterath nach Süden führen – aber zuerst wird nur der Abschnitt von Meerbusch nach Karlsruhe gebaut. Für den Braunkohlestrom?
 Foto: Summerer/netzentwicklungsplan.de

Ein Indiz: Vom Konverter soll 2015 die Leitung erst mal nach Süden führen – Ökostrom von der Nordsee käme gar nicht erst an. „Das ist für mich nicht korrekt, das hat nichts mit Energiewende zu tun“, schimpft Anwohner Dirk Kämper.

Einen Teilerfolg haben sie jetzt erreicht: Konverter-Betreiber Amprion sucht nach Alternativen. „Wo, das muss uns die Politik vorgeben“, sagt Sprecher Marian Rappl.

Reiner Priggen, Chef der Grünen-Landtagsfraktion, weiß auch schon wo: „Im Braunkohlerevier gibt es große Freiflächen, die ich mir als Alternative gut vorstellen kann“.

So könnte der  Konverter neben dem Haus von  wirken.
So könnte der Konverter neben dem Haus von wirken.
 Foto: Uwe Schaffmeister

Das ist der Plan für die neuen Netze

Die Energiewende bringt für die Stromnetze Deutschlands neue Herausforderungen. Große Mengen Strom müssen über weite Entfernungen transportiert werden. Vier Netzbetreiber planen deshalb diverse Hochspannungstrassen quer durch die Republik. Eine davon soll von Emden ins baden-württembergische Philippsburg führen – wo 2019 das letzte deutsche Atomkraftwerk abgeschaltet wird.

Die Strecke führt über Osterath. Dort soll ein Konverter entstehen, mit dem man Teile des Stroms für das Ballungsgebiet Rhein/Ruhr abzwacken kann.

Aber der Konverter dient auch der Einspeisung von Braunkohlestrom. Von 2015 bis 2017 wird der erste Streckenabschnitt nur von Osterath nach Philippsburg gebaut – Windenergie von der Nordsee kommt im Konverter also erst mal nicht an. Genau das ist auch ein Hauptkritikpunkt der Bürgerinitiative.

Die Kosten des technisch anspruchsvollen Konverters sind enorm: zwischen 350 und 400 Millionen Euro. Bezahlt wird das vom Stromkunden.

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