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Empfehlen | Drucken | Kontakt 28.09.2012 - 20:19 Uhr

Nach Todes-Drama: Üble Graffiti am Jobcenter in Neuss

Von MARC HERRIGER
Ein Maler kontrolliert seine Arbeit. Er hat die Schmierereien überstrichen.
Ein Maler kontrolliert seine Arbeit. Er hat die Schmierereien überstrichen.
Foto: Herriger
Neuss –  

Wie verroht können Menschen sein? Wie dumm ist diese Tat? Unbekannte Schmieranten haben in der Nacht zu Freitag mit Edding-Stiften üble Parolen an Säulen, Wände und Türen am Neusser Jobcenter geschmiert.

„Eine Deutsche weniger!“ stand dort geschrieben – das bestätigte der Neusser Polizeisprecher Hans-Willi Arnold am Freitag.

Dazu kamen Drohungen gegen die restlichen Mitarbeiter des Jobcenters: „Ihr seid die Nächsten …“

Diese Widmung haben Hinterbliebene am Jobcenter Neuss für die Getötete ausgehangen.
Diese Widmung haben Hinterbliebene am Jobcenter Neuss für die Getötete ausgehangen.
Foto: dapd

Die Blumen und Kerzen, die Kollegen und Neusser Bürger zu Ehren der getöteten Irene N. (32) abgestellt hatten, waren umgeworfen und teilweise zerstört.

Ein Hausmeister zum EXPRESS: „Wir haben am Morgen zudem Ketchup, Mayo und Senf hier gefunden. Außerdem einen Playstation-Controller.“ Die Polizei rückte mit der Spurensicherung aus, nahm Fingerabdrücke auf. Jetzt ermittelt der Staatsschutz.

„Wie kann man so etwas nur machen? Hier in Neuss gibt es offenbar noch mehr kranke Menschen“, zeigte sich Jörg Karnap (58), der selbst Kunde vom Jobcenter ist. „Meine Beraterin hat ihr Büro neben der Toten. Ich kannte sie, die Frau war immer ausgesprochen freundlich zu allen.“

Jörg Karnap zündete eine Kerze am Jobcenter an. „Irene N. war immer so freundlich.“
Jörg Karnap zündete eine Kerze am Jobcenter an. „Irene N. war immer so freundlich.“
Foto: Herriger

Weniger freundlich zeigt sich weiterhin Ahmed S. (52). Der Hauptverdächtige der Bluttat sitzt in Untersuchungshaft. Der Vorwurf lautet „Mord“. Doch auch in Haft ist er weiter aggressiv.

Nach seinem bizarren Auftritt vor dem Haftrichter, wo er behauptete, misshandelt worden zu sein, war er im Gefängnis untersucht worden. EXPRESS erfuhr: Der Mann soll seine Verletzungen nur simuliert haben. Barfuß im Gericht war er auf eigenen Wunsch.

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