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Nach Fahrrad-Klau: Opfer von Polizist auf Wache vergewaltigt?

Die Anklage gegen einen Oberbilker Hauptkommissar (58) enthüllt unglaubliche Details.

Die Anklage gegen einen Oberbilker Hauptkommissar (58) enthüllt unglaubliche Details.

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dpa (Symbolfoto)

Düsseldorf -

Es ist ein unglaublicher Vorwurf: Ein Hauptkommissar soll einen Mann, der gerade einen Fahrraddiebstahl auf der Polizeiwache melden wollte, zum Oralsex gezwungen haben. Am 6. Mai beginnt der Prozess gegen den 58-Jährigen. Und das steht in der Anklage.

Tatort: Die Polizeiwache in Oberbilk. Hier erscheint im April 2013 ein Mann, um eine Anzeige wegen eines Fahrraddiebstahls zu erstatten. Zu diesem Zeitpunkt ist nur Hauptkommissar Bernd J. (58) anwesend.

Doch statt die Anzeige aufzunehmen, beginnt der Beamte, dem Mitte-20-Jährigen Fragen zu stellen, die nichts mit dem Diebstahl zu tun haben. So will er von ihm wissen, ob er schon mal in der Vergangenheit mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist. Darauf erzählt ihm der junge Mann, dass er noch eine Ordnungsstrafe zahlen muss.

Ohne ersichtlichen Grund zwingt ihn der Hauptkommissar im Nebenraum zu einer Leibesvisitation. Dort muss sich das Opfer komplett entkleiden. Als der Beamte bei ihm in der Tasche Tabakreste findet, unterstellt er dem Mann, dass es sich dabei um Marihuana handele.

Anschließend teilt der Peiniger seinem Opfer mit, dass er verhaftet sei – wenn er versuchen sollte, zu fliehen, werde er ihn erschießen. Schließlich soll er den Mann zum Oralsex auf der Toilette gezwungen haben, bis dieser würgen musste und seinen Kopf zur Seite drehte.

Anschließend habe der Polizist noch dem Mann über der Hose an seinem Penis gestreichelt. Erst danach durfte er gehen.

Noch am selben Abend meldet der Mann die Vergewaltigung im Düsseldorfer Polizeipräsidium. Kurz darauf wird der Beamte vom Dienst suspendiert.

Im Intimbereich des jungen Mannes finden die Ermittler eine DNA-Spur des Täter. Dem Polizisten droht jetzt eine Haftstrafe zwischen fünf und 15 Jahren.