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Nach 18 Banküberfällen: Der Brillen-Räuber: Sie haben ihn!

Mayen, 25.11.2014

Mayen, 25.11.2014

Wegberg/Neuss -

Die Einfahrt zu einem Mehrfamilienhaus in Wegberg. Blut liegt noch auf den Steinen. Erinnerung an den Zugriff, die eine schier unglaubliche Raubserie am Freitag beendete. Der „Brillen-Räuber“, der binnen sieben Monaten 18 Geldinstitute – vorwiegend im Rheinland – überfallen hat, ist der Polizei ins Netz gegangen.

Die Beamten griffen gegen 14 Uhr zu. Oleg M. (Name geändert), ein 39-jähriger Mann lettischer Herkunft, saß mit drei Begleitern in einem Peugeot. Bei der Festnahme löste sich ein Schuss aus der Dienstpistole eines Polizisten. Durch eine splitternde Scheibe wurde der 48-Jährige Fahrer des Wagens leicht im Gesicht verletzt.

Eine Nachbarin: „Ich hörte einen Knall. Wir waren uns nicht sicher, ob es ein Unfall oder ein Schuss war. Als ich aus dem Fenster schaute, sah ich, dass ein Mann gefesselt am Boden lag.“

Die Spur des Bankräubers, der neun seiner 18 Überfälle an einem Mittwoch beging, führt nach EXPRESS-Informationen ins Drogenmilieu. In dem Haus, vor dem Oleg M. festgenommen wurde, sollen seit sieben Jahren Russen wohnen. Leute aus der Drogenszene seien dort ein- und ausgegangen, heißt es. Die Nachbarn machten sich schon Sorgen um ihre Kinder.

Die Polizei soll gegen Oleg M. noch mehr als die bisher bekannten Banküberfälle in der Hand haben. Seit Oktober 2014 hatte er die Banken – unter anderem in Neuss, Nettetal, Rommerskirchen, Viersen, Wuppertal, Odenkirchen und Mayen – überfallen. Maskiert mit immer anderen Mützen, mit Perücke und natürlich mit der Brille.

Die Behörden waren dem Mann offenbar schon länger auf der Spur. Eine Festnahme am Donnerstag scheiterte, weil der Gesuchte zu einem angesetzten Behördenbesuch nicht erschien. Der Zugriff gestern war dann wohl spontan. Wegen der Gefährlichkeit des Täters gingen die Polizeibeamten mit gezückter Waffe auf das Fahrzeug zu. Dabei löste sich unbeabsichtigt der Schuss.

Laut Staatsanwalt Ralf Herrenbrück hatten die drei anderen Mitfahrer im Auto nichts mit den Überfällen zu tun. „Der Festgenommene wird dem Haftrichter vorgeführt, und er äußert sich zu den ihm zur Last gelegten Taten.“ Heißt: Er ist geständig – und die Serie des „Brillen-Räubers“ ist zu Ende.

Erst am Montag wollen die Behörden mehr Details zum Fall mitteilen.