Ein kleiner Friedhof im rumänisch-ungarischen Grenzgebiet. Ein einfacher Sarg. Eine Hand voll Trauergäste, die Escort-Mädchen Cristina R. (25) auf ihrem letzten Weg begleiten. Ende einer Reise nach Deutschland. Ein Land, das Luxus versprach und den Tod brachte.
Eine Woche nachdem Cristina R. in einem Düsseldorfer Luxushotel erstochen worden war, fand jetzt die Beerdigung in ihrem Heimatdorf Salonta statt. Auch in Düsseldorf wurde um sie getrauert.
Ihre „Taufmutter“ (Patentante) Loredana E., die Frau, für die Cristina in Düsseldorf als Escort-Lady arbeitete, hatte in ihrem Haus eine private Trauerfeier organisiert. Mit Priester und Kolleginnen der Toten. Und sie sprach zum ersten Mal über ihre Beziehung zu Cristina.
Vor drei Jahren sei Cristina durch eine Anzeige auf ihren Escort-Club aufmerksam geworden. Loredana E.: „Schon wenige Tage später kam sie nach Düsseldorf, hat in meinem Club unter dem Namen Vivien gearbeitet. Sie war sehr hübsch, offen und freundlich. Wir wurden enge Freundinnen.“
Getrübt wurde das Verhältnis, als Cristina im Frühjahr 2011 die Kundennummern des Escort-Service privat nutzte, um auf eigene Rechnung zu arbeiten. Loredana E.: „Das war das einzige Mal, dass ich mich mit ihr gestritten habe.“
Cristina habe den Escort-Service schließlich verlassen. Loredana E.: „Im August 2011 hat sie noch mal für mich gearbeitet. Das letzte Mal gesprochen habe ich sie zehn Tage vor ihrem Tod.“
Den immer noch flüchtigen Arif D. , Hauptverdächtiger im Mordfall, habe sie nicht gekannt: „Sie hat nie von ihm geredet. Aber nachdem die Polizei Fotos von ihm in meinen Club brachte, haben ihn meine Mädels erkannt. Sie sagten, er wäre kurz vor dem Mord noch mit einem anderen Mädchen im Club gewesen.“
Warum musste Cristina sterben? Loredana: „Vielleicht war er ja verliebt in sie und Cristina betrachte ihn nur als einen normalen Kunden...“
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