Sie waren 53 Jahre verheiratet. Sie hatten drei Kinder. Sie hatten gute Zeiten, schlechte Zeiten. Doch als seine Frau schwer krank wurde, wurde das Leben auch für Richard T. (77) immer schwerer.
Im letzten September dann tötete er seine Marlene (†76). Mit einem Messer durchschnitt er seiner schlafenden Frau die Kehle.
Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat ihn wegen Mordes angeklagt, sieht das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt. Am Mittwoch begann der Prozess.
Richard T. kommt in dunkler Strickjacke, schiebt einen Rollator vor sich her. Vor Gericht schweigt er zunächst. Bekannt wird aber, was er bei der Polizei ausgesagt hat. Den Beamten vor Ort gestand er: „Bei mir ist eine Sicherung durchgebrannt. Ich konnte das Gezeter nicht mehr ertragen.“
Zwei Tage vor der Tat hatte in Düsseldorf ein anderer Rentner ebenfalls aus Überforderung seine Frau getötet. War es eine Nachahmer-Tat? Richard T. bestreitet das. Monatelang pflegte er seine Marlene. Doch Dankbarkeit war nicht sein Lohn. „Sie beschwerte sich immer. Niemand kümmere sich um mich.“ Dieses Gejammere wollte Richard T. offenbar abstellen.
Nach der Tat versuchte Richard T., sich selbst die Pulsadern durchzutrennen. Als das scheiterte, rief er seinen Sohn an und beichtet, was er getan hatte. Der rief die Polizei. Der Prozess wird fortgesetzt.
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