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Missbrauch in Afrika: Angeblicher Freispruch: Sex-Pfarrer (56) hat gelogen!

Sex-Pfarrer Georg K. im Landgericht Krefeld.

Sex-Pfarrer Georg K. im Landgericht Krefeld.

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Classen

Krefeld/Johannesburg -

Das achte Gebot wird Niederrhein-Pfarrer Georg K. (56) wohl kennen: „Du sollst nicht lügen“. K., jetzt wegen 26-fachen Kindes-Vergewaltigung vor Gericht, über seinem Missbrauchs-Prozess in Südafrika: „Ich wurde freigesprochen.“ Gelogen!

Nach den nun angeklagten 26 Missbrauchsfällen im Raum Willich (2001 bis 2006) war K. 2007 nach Südafrika verschwunden. Dort soll er sich mehrfach an mehreren Kinder deutscher Familien vergangen haben.

Chef-Ermittler Colin Morris aus Johannesburg bestätigte EXPRESS: „K. wurde niemals freigesprochen. Das weiß er auch genau. Das Verfahren wurde wegen seiner Auslieferung nach Deutschland und weil er dort eine höhere Strafe bekommen könnte, vorläufig eingestellt.“

Pfarrer K. neigt vor Gericht zum Selbstmitleid und zur Selbsttäuschung. Ein namhafter Professor und Gerichtspsychiater zum EXPRESS: „Ich kenne viele ähnliche Fälle. Den Vorwürfen nach soll sich K. über sieben Jahre an Jungen vergangen haben. Trifft das zu, ist er ein Hang- und Wiederholungstäter. Pädophile Täter (insbesondere Priester) neigen oft dazu, sich als Opfer zu sehen.

Sie beweinen sich selbst. So erzählen sie auch über sich, täuschen gern. Dieser Priester scheint schuldfähig, aber weniger psychiatrisch krank. Wenn er schuldig ist, muss er in eine gerichtlich angeordnete und überwachte Therapie mit einem Annäherungsverbot an Kinder.“

Merkwürdig: Das Gericht hat keinen Gutachter bestellt, der K.s Gefährlichkeit beurteilt. Der Prozess geht am Dienstag vor dem Landgericht in Krefeld weiter.