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Markenstreit: Richterin muss über "dicke Eier" entscheiden

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Dickmann´s dicke Eier
Dickmann´s dicke Eier
Foto: rtf
Düsseldorf –  

„Mann, sind die Dickmann“: So wirbt Storck mit seinen Schokoküssen. Doch ob „Dickmann’s dicke Eier“, die Osterversion des beliebten Schaum-Eis, wirklich „Dickmann’s“ gehören – darum streitet jetzt eine Werbeagentur, die sich mit Produktdesign beschäftigt, vor dem Düsseldorfer Landgericht.

Richterin Ulrike Pastohr soll demnächst über die „dicken Eier“ entscheiden. Die Firma hat sich schon 1200 Produktdesigns schützen lassen. Zu den Kunden gehörten Brandt, Aldi, Edeka, Norma, Penny und BASF. 2008 entwickelte man die Innovation „Das Ei des Kolumbus“ und meldete ein Patent an.

Gleichen „Dickmann’s dicke Eier“ (l.) dem  „Ei des Kolumbus“ einer Werbeagentur? Darüber muss das  Gericht entscheiden.
Gleichen „Dickmann’s dicke Eier“ (l.) dem „Ei des Kolumbus“ einer Werbeagentur? Darüber muss das Gericht entscheiden.
Foto: rtf

Eine Form des Schaumkusses, der von Loriot nicht besser hätte beschrieben werden können. „Das Schaumei weist die Form eines Ei-Segments auf. Vier Fünftel eine Eiform, an dessen Ende an der Schnittkante eine kreisförmige Platte mit beiger Oberfläche bündig abschließt.“ So der Kläger.

Und weiter: „Im Auge des Betrachters ergibt sich eine neue Form eines Gebäcks, die noch nie so produziert wurde. Anders als die übliche Schaumkussform, wie sie in Deutschland und anderen Industriestaaten seit langer Zeit genutzt wird.“

Richterin Ulrike Pastohr wird den Eier-Prozess leiten.
Richterin Ulrike Pastohr wird den Eier-Prozess leiten.
Foto: PR

Der Kläger habe seine Innovation Storck, dem Hersteller von „Dickmann’s“, vorgestellt. Man habe sich interessiert gezeigt, wollte sich melden. Stattdessen erschienen zum Ostergeschäft 2012 plötzlich „Dickmann’s dicke Eier“.

Die Werbeagentur sieht ihr Patent verletzt, verlangt jetzt Auskunft über Umfang und Wert des Warenverkaufs, fordert, den Rest der produzierten Eier zu vernichten, die ausgelieferte Ware zurückzurufen – und Schadenersatz. Der Streitwert: 200 000 Euro. „Dickmann’s“ fühlt sich zu Unrecht verklagt.

Im Mai wird verhandelt.

Vier Formen von Genuss

Im 19. Jahrhundert wurde der Eischaum mit Schoko-Überzug in Frankreich entwickelt. Es gibt vier bekannte Formen.
1) Am weitesten verbreitet seit 1985 ist die „Form eines verlängerten Hügels senkrecht nach unten sanft abgerundet“.
2) In der früheren DDR berühmt wurde der Grabower „Zipfel“ – eine Form mit Schoko-Spitze.
3) Die Firma „Grabow“ hat den „Topkuss“ entworfen – in Form eines „gedrungenen Maulwurfshügels“.
4) Der ursprüngliche „Mohrenkopf“, der 1892 in Leipzig erfunden wurde, hatte die so genannte Sandwich-Form.

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