Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Welt sowie Neues vom Sport und der Welt der Promis.

Lob für die Kanzlerin: Campino: „Merkel? Ich könnte sie umarmen!“

Campino, Sänger der Toten Hosen, beim Konzert für Flüchtlinge in Wien.

Campino, Sänger der Toten Hosen, beim Konzert für Flüchtlinge in Wien.

Foto:

dpa

Düsseldorf -

Das waren noch Zeiten, als Angela Merkel (61) sich als Jugendministerien von einem Punk interviewen ließ. Campino (53) hieß der und es war 1994. Mit dem Toten Hosen-Sänger plauderte sie offen über Kirsch-Whiskey und Döner. Er stellte ihr auch die Frage: „Glauben Sie, dass es Gründe gibt, stolz auf dieses Land zu sein?“

Jetzt wurde ihm diese Frage gestellt. Und er antwortete dem Magazin „Cicero“: „Ich gehöre einer Generation an, die immer sehr schnell erschrickt bei dem Wort stolz. Aber ich war gerade häufiger im Ausland. Egal, wohin man kommt, die Leute sprechen einen drauf an, dass wir in Deutschland gerade versuchen, in der Flüchtlingsfrage Verantwortung zu übernehmen.“

Überhaupt: In der Flüchtlingsfrage stellt er sich auf Merkels Seite. Eine überraschende Wende. Schließlich empfand er es als „unangenehm“, als die CDU vor zwei Jahren nach dem Wahlsieg das Hosen-Lied „An Tagen wie diesen“ spielte. Merkel entschuldigte telefonisch.

Und jetzt lobt er sie sogar! „Angela Merkel ist jemand, der nicht der eigenen Partei hinterher pfeift, sondern durchaus eigene Denkwege geht. »Nicht mein Land.« Das war der beste Satz. Dafür könnte ich sie fast umarmen. Man darf ihr das auch schon mal sagen, dass sie das großartig gemacht hat.“

Ihm sei zwar bewusst, dass man auch mit Menschen umgehen müsste, die keine Lust hätten, sich zu integrieren. Aber: „Wer sich wirklich auf christliche Werte beruft, der kann doch nicht darüber diskutieren, ob die Bitte um Asyl in Ordnung ist oder nicht. Die Bibel ist das Flüchtlingsbuch Nummer 1. Die Gefahr, dass unter 10.000 ein Terrorist ist, legitimiert uns nicht dazu, 9999 draußen stehen zu lassen.“