Spielabbruch und dann 80 Polizisten beim Samstag-Spiel der Niederrhein-Liga zwischen Germania Ratingen und dem KFC Uerdingen! Randale, Rauchbomben. Polizeihunde beißen zu. Polizisten sprühen Pfefferspray in die Zuschauer.
Auf der Laufbahn und auf dem Rasen liegen 15 Verletzte. Darunter der KFC-Präsident. Kosten die Ausschreitungen KFC Uerdingen den Aufstieg in die NRW-Liga?
Rund 600 Zuschauer, darunter 300 Fans aus Uerdingen und „Störer“ aus Düsseldorf. Es sind gut 70 Minuten gespielt. Es steht 0:1. Nach einem Elfmeterpfiff gegen Tabellenführer Uerdingen (Ausgleich 1:1) und dem 2:1 für Ratingen brechen alle Dämme. Eine Rauchbombe fliegt aus dem Düsseldorf-Block, dann gibt es eine Rangelei auf der Tribüne. Der Schiri unterbricht das Spiel.
Erst als die alarmierte Polizei kommt, so Uerdingen-Präsident „Lakis“ Kourkoudialos zum EXPRESS, eskaliert alles: „Statt zu deeskalieren, geht die Polizei auf Angriff, sprüht Pfefferspray wahllos in die Zuschauer. Ich bekomme aus 30 Zentimetern eine Ladung in die Augen. Vorher sagte ich, wer ich bin, wollte beruhigen. Aber die Polizei war nicht mehr zu stoppen.“
Polizei-Einsatzleiter Ralf Herrmann: „Fans von Fortuna hatten sich unter die Zuschauer gemischt. Zehn gewaltbereite Düsseldorfer haben wir nicht reingelassen. Zehn Uerdinger Hooligans hatten Stadionverbot. Aber das gilt wohl nicht in der 6. Liga.“
Bei dem Einsatz am Samstag im Germania-Stadion wurden auch zwei Polizisten verletzt. Ein Beamter kam in eine Klinik. Die Polizei zählte offiziell „nur“ acht Verletzte. Ein Beamter soll vom eigenen Hund gebissen worden sein.
Uerdingen-Trainer Peter Wronogowitz: „Ein Trauerspiel. So wird der Sport kaputtgemacht.“ KFC-Präsident „Lakis“: „Wir werden uns über den Polizeieinsatz beschweren und einen eigenen Bericht für den Fußballverband erstellen. Wir suchen dringend noch Zeugen für den genauen Ablauf.“
Zu ähnlichen Vorfällen kam es schon beim Spiel der Uerdiner gegen Baumberg, das aus „Sicherheitsgründen“ nach Langenfeld verlegt worden war. Trotzdem kam es zu Krawallen.
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