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Kokain von Curaçao: So kommt das weiße Gift nach Düsseldorf

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Ein Röntgenbild zeigt die Koks-Kügelchen im Bauch eines Schmugglers.
Ein Röntgenbild zeigt die Koks-Kügelchen im Bauch eines Schmugglers.
Düsseldorf –  

Flughafen Düsseldorf, Terminal C. Jeden Mittwoch um 13. 40 Uhr landet hier der Flug AB 7409 von der Insel Curaçao. An Bord sitzen braun gebrannte Touristen … und immer öfter die sogenannten „Kügelchenschlucker“. Es sind Frauen und Männer, die in ihrem Körper Kokain nach Düsseldorf transportieren.

Rund 444 Quadratkilometer groß ist die größte Insel der ehemaligen Niederländischen Antillen. Weiße Strände, Palmen und die Städte im Kolonialstil erwarten hier die Touristen. Doch nicht mit Tourismus verdienen die Einheimischen hier das meiste Geld – der Handel mit Kokain ist der mutmaßlich wichtigste Wirtschaftszweig der Insel.

Das Ziel, unser Flughafen Düsseldorf.
Das Ziel, unser Flughafen Düsseldorf.

Die weiße Droge kommt vom südamerikanischen Festland. Vier Stunden dauert die Fahrt mit einem Speedboat von der kolumbianischen Küste bis nach Curaçao. Hier übernehmen Zwischenhändler den Weitertransport. Und sie setzten seit Jahren immer öfter „Kügelchenschlucker“ ein.

Einheimische, aber auch angeworbene Europäer schlucken die Droge in „Bodypacks“, das sind zwei übereinander gezogene, abgeschnittene Finger von Gummihandschuhen, die fest verknotet sind. Sie enthalten jeweils acht bis zehn Gramm Kokain. Anfänger schlucken 30 bis 40, Profis bis zu 120 solcher Päckchen.

Während des zehnstündigen Fluges nach Düsseldorf müssen sie streng auf ihre Ernährung achten. Erlaubt sind nur Milch oder Apfelsaft zu Reis oder trockenem Brot. Die Schmuggler sollten versuchen, ihren Körper möglichst zu strecken. Denn platzt eines der Gummisäckchen in ihrem Körper, dann ist alles für sie vorbei: Zehn Gramm Kokain im Bauch töten genau so zuverlässig wie die gleiche Menge Zyankali. Doch das schreckt offensichtlich nur ganz wenige „Transporteure“ ab.

Allein im ersten Halbjahr dieses Jahres erwischte der Zoll in Düsseldorf 26 „Kügelchenschlucker“. Sie transportierten 47 Kilogram Kokain. Vermutlich ist das nur ein kleiner Bruchteil der Schmuggler, die mit der weißen Droge in der Landeshauptstadt gelandet sind. Der Düsseldorfer Flughafen ist mittlerweile der Drehkreuz für Kokainschmuggler in Europa.

Kokainschmuggel war und bleibt für Banden ein lukratives Geschäft. Ein Kilogramm Koks kostet auf Curaçao rund 3000 Euro. Dazu kommen 3000 Euro für die „Kügelchenschlucker“. Das macht 6000 Euro bis Düsseldorf. In Deutschland erhalten die Kokainhändler dagegen 50.000 Euro für das Kilo.

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