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Irre Geschichte: Prozess: Manager (62) inszenierte eigene Entführung

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Der Düsseldorfer Manager musste sich vor Gericht verantworten.
Der Düsseldorfer Manager musste sich vor Gericht verantworten.
 Foto: dpa (symbolfoto)
Düsseldorf –  

Niemand weiß, welcher Teufel Wilhelm D. (62, Name geändert), Geschäftsführer eines Verbandes, geritten hat, als er seine eigene Entführung inszenierte. Am Donnerstag sollte er sich eigentlich wegen Vortäuschung einer Straftat vor Gericht verantworten. Er kam nicht. Jetzt muss er 3200 Euro Strafe zahlen.

Es passierte im Januar 2012: Als ein Kollege abends ins Büro kam, fand er den Arbeitsplatz von Wilhelm D. verwaist vor. Eine zerbrochene Kaffeetasse auf dem Boden, offene Batterieabdeckung des Telefons, demolierter Computer, Schleifspuren rund um den Schreibtisch.

Die Polizei war ratlos. Drei Tage später tauchte Wilhelm D. in einer Polizeiwache in Essen auf und erzählt eine abenteuerliche Geschichte. Er sei von zwei Männern betäubt worden. Man habe ihn in einem Sprinter drei Tage gefesselt festgehalten.

Abwechselnd sei er von zwei Teams verhört worden. Man habe geheimes Polit-Wissen von ihm erfahren wollen. Am dritten Tag sei ihm die Flucht gelungen. Mit einer gläsernen Flasche, in die er sonst urinierte, habe er seine Bewacher niedergeschlagen, sei aus dem fahrenden Auto gesprungen.

Die Polizei ermittelte fieberhaft. Doch die Spuren im Büro passten nicht zu der Version der Entführung. Es gab weder Glas- noch Blutspuren auf seiner Kleidung. Und ein Spürhund stellte fest, dass Wilhelm D. das Büro durch die Terrassentüre verlassen haben muss. Im Blut des angeblichen Entführungsopfers fand man keine Betäubungsmittel. Bisher schwieg Wilhelm D. zu den Vorwürfen.

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