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Express.de | Horrorerlebnis eines Zehnjährigen: Bei Beschneidung schlimm verstümmelt
13. October 2010
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Horrorerlebnis eines Zehnjährigen: Bei Beschneidung schlimm verstümmelt

Der Arzt, der Tarek B. verstümmelt hat, muss sich jetzt vor Gericht verantworten.

Der Arzt, der Tarek B. verstümmelt hat, muss sich jetzt vor Gericht verantworten.

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dpa

Düsseldorf -

Tarek B. (Name geändert) ist erst zehn, aber die Ärzte sind sich sicher: Er wird nie eine normale Sexualität leben können. Der Junge wurde bei einer Beschneidung verstümmelt. Sein Penis ist um ein Drittel gekürzt. Jetzt machen seine Eltern Schmerzensgeld geltend. Der Arzt, der dem Jungen das angetan hat, soll 150.000 Euro zahlen.

Tareks Vater ist Libanese und Muslim. Sein Sohn sollte beschnitten werden. Die Eltern gingen zu einem Urologen und Chirurgen, der ebenfalls Araber ist. Man sollte also meinen: Er kennt sich aus …

Als Tarek auf dem OP-Tisch lag, bekam er noch mit, wie die Schwester sagte: „Herr Doktor, Sie haben zu tief geschnitten.“ Doch für den Arzt war offenbar alles okay. Als der Vater zwei Tage später seinen Sohn mit schlimmen Schmerzen erneut bei ihm vorstellte, wiegelte der Arzt ab. Tatsächlich konnte Tarek kaum ohne Schmerzen Wasser lassen, seine Harnröhre war durchtrennt. Der vordere Teil seines Gliedes ebenfalls. Außerdem hatte sich eine Infektion breitgemacht. Die Familie lieferte den Jungen in eine Klinik ein.

Dort konnte man die Infektion stoppen. Nicht aber den Schaden wieder gutmachen. Der Penis ist verunstaltet. Und – so die Ärzte – „nur noch eingeschränkt funktionstüchtig. Die Sensibilität ist eingeschränkt.“ Zwei OPs hat der Junge noch vor sich. Doch seine Zeugungsfähigkeit bleibt stark beeinträchtigt oder gar ganz aufgehoben, so ein Gutachter. Außerdem, so die Klageschrift, könne sich der Junge nirgendwo mehr sehen lassen. Egal, ob nach dem Sport unter den Duschen oder auf Jugendreisen.

Jetzt soll sich das Gericht mit dem Fall beschäftigen.