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Gemeinde steht hinter ihm: Herr Pfarrer wird jetzt Frau Pastor

So kannte die Gemeinde ihren Pfarrer 26 Jahre lang.
So kannte die Gemeinde ihren Pfarrer 26 Jahre lang.
Rees –  

So kennen die evangelischen Gläubigen ihren Pastor Hans-Gerd Spörkel: Mit sonorem Bass, zeitweise mit Bart.

Die Menschen im kleinen Reeser Stadtteil Haldern werden sich umgewöhnen müssen: Der Herr Pfarrer wird zur Frau Pastor – eine unglaubliche Lebensentscheidung!

Heute steht Hans-Gerd Spörkel als Frau auf der Kanzel – geschminkt, mit Ohrringen, einer neuen Frisur und weiblicher Kleidung.
Heute steht Hans-Gerd Spörkel als Frau auf der Kanzel – geschminkt, mit Ohrringen, einer neuen Frisur und weiblicher Kleidung.

Wer den 54-Jährigen kennt und in diesen Tagen ans Telefon bekommt, ist irritiert: Eine hohe, weiblich wirkende Stimme – ist das wirklich Spörkel? „Ich mache eine Hormonbehandlung, um zur Frau zu werden“, erzählt er freimütig. „Die Stimme ändert sich dadurch allerdings nicht – zu diesem Zweck arbeite ich mit einer Logopädin zusammen.“

Seit 26 Jahren ist Hans-Gerd Spörkel Pfarrer in Haldern, über die Maßen geschätzt. Aus zwei Ehen hat er insgesamt sieben Kinder. Seit wann weiß er, dass er eigentlich im falschen Körper lebt? Seit wann fühlt er sich als Frau? Spörkel lacht:

Auch Superintendent Dieter Schütte (l.) stärkt dem Halderner Pfarrer den Rücken.
Auch Superintendent Dieter Schütte (l.) stärkt dem Halderner Pfarrer den Rücken.

„Ehrlich gesagt: Seit 54 Jahren, vom Kindesalter an! Jetzt sprechen mich viele Menschen an auf den »Mut«, damit in die Öffentlichkeit zu gehen. Ich muss sagen: Das hat nichts mit Mut zu tun – der Leidensdruck war einfach zu groß. Es ging für mich am Ende im wahrsten Sinne des Wortes um Leben und Tod – Robert Enke lässt grüßen!“

Gefangen in einem ihm fremden Körper, nach einem schweren privaten Schicksalsschlag ging das nicht mehr. Spörkel erlitt einen Zusammenbruch, musste seine Pfarrstelle für ein halbes Jahr verlassen, brauchte therapeutische Hilfe. „Dabei habe ich viel über mich erfahren und bin sogar noch gläubiger geworden.“

Und dann der entscheidende Tag: Hans-Gerd Spörkel kehrte zu seiner Gemeinde zurück. Und beim Kaffee im Pfarrheim nach dem ersten Gottesdienst ergriff er das Wort, um seine so ungewöhnliche Lebenssituation zu erläutern: „Ich habe zehn Minuten gesprochen – und dann passierte etwas, das ich nie für möglich gehalten hätte: Es gab langanhaltenden Beifall!

Als es eine kritische Frage gab, meldeten sich 15 Menschen zu Wort und sagten so positive Dinge über mich, wie sie normalerweise erst beim Abschied gesagt werden. Ich wusste nicht mehr, wo ich hinsehen sollte!“

Schnell war klar: Die Gemeinde will Hans-Gerd Spörkel als Pfarrer behalten, auch wenn er sich jetzt schminkt, Ohrringe und weibliche Kleidung trägt. Auch das Halderner Presbyterium und Superintendent Dieter Schütte stärken ihm den Rücken: „Wenn ein Pfarrer 26 Jahre lang mehr als gute Arbeit geleistet hat, werden wir auch weiter mit ihm arbeiten“, sagt der stellvertretende Presbyteriumsvorsitzende Udo Windgaß. „Es geht schließlich um den Menschen Hans-Gerd Spörkel!“ Und der ist sichtlich gerührt.

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