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Gegen Rehabilitierung der Opfer: "Hexenverbrennung war so in Ordnung!"

Die Hinrichtung der angeblichen Hexen Helena Mechthildis Curtens und Agnes Olmans – so wird sie auf dem auf dem Gerresheimer Heimatbrunnen dargestellt.

Die Hinrichtung der angeblichen Hexen Helena Mechthildis Curtens und Agnes Olmans – so wird sie auf dem auf dem Gerresheimer Heimatbrunnen dargestellt.

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Johannes Galert

Düsseldorf -

Es ist eines der dunkelsten Kapitel der Düsseldorfer Geschichte: In Gerresheim werden 1738 die erst 16-jährige Helena Mechtheldis Curtens und die 47-jährige Agnes Olmanns auf dem Scheiterhaufen als „Hexen“ verbrannt. Lediglich ein Stein und ein Brunnen erinnern heute an den letzten Hexenprozess am Niederrhein, bei dem die beiden Frauen grausam gefoltert und bei lebendigem Leibe verbrannt wurden.

Dem Düsseldorfer Andreas Vogt ist das zu wenig. Er beantragte bei der Stadt 273 Jahre nach der unfassbaren Gräueltat einen nachträglichen Freispruch für die Opfer. Nun folgte der Gegenantrag des Theologen Bernhard Meisen. Er fordert: „Die beiden Frauen dürfen nicht rehabilitiert werden!“

Die Einstellung des Düsseldorfer Katholiken ist im 21. Jahrhundert kaum nachzuvollziehen: „Die Umstände des Prozesses von 1738 sind dem Rat zu wenig bekannt, um da ein umfassendes Urteil für eine Rehabilitierung zu fällen“, gießt Meisen Öl ins Feuer. „Die Frauen waren wegen Gotteslästerung, Hostienschändung und sexueller Unzucht angeklagt. Dass beide Frauen in abergläubische Praktiken involviert waren, ist nach Stand der Akten unbezweifelt.“ Und demnach sei „nach damaliger Weltsicht“ der Tod auf dem Scheiterhaufen „so in Ordnung“ gewesen.

Überhaupt empfände Meisen eine Rehabilitierung der Opfer „für ihn als Theologen als diffamierend“. Und noch etwas anderes macht dem Gottesmann Angst: „Ich bitte von einer namentlichen Rehabilitierung abzusehen auch hinsichtlich der Tatsache, dass dann noch viele Namen in einem Atemzug genannt werden müssten.“ Darüber würde er lieber den Mantel des Schweigens legen.