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Freundin unter den Tätern?: Düsseldorfer (43) entführt und sechs Tage lang misshandelt

Ein Teleskopschlagstock wurde als Beweismittel sichergestellt.

Ein Teleskopschlagstock wurde als Beweismittel sichergestellt.

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Polizei

Düsseldorf -

Überfallen, nach Wuppertal entführt, erpresst, gefoltert. Sechs Tage lang durchlitt ein Düsseldorfer (43) ein Martyrium. Seine fünf Peiniger traktierten ihn mit Faustschlägen, einem Besenstiel, Cuttermesser, Totschläger und Elektroschocker. Dann setzten ihn die Täter schwerverletzt aus. Gestern kassierte die Polizei seine Entführer.

Das Verbrechen geschah schon am 17. Oktober. Jetzt schlug die Polizei zu. Unter Leitung von Hauptkommissar Michael Detscher und Staatsanwalt David Bäuerle durchsuchten Spezialeinsatzkommandos acht Wohnungen in Düsseldorf, Erkrath, Langenfeld und Wuppertal. Handschellen klickten.

Es soll neun Beschuldigte geben. Fünf Männer und eine Frau im Alter von 20 bis 33 Jahren wurden verhaftet. Opfer und mutmaßliche Täter sollen sich kennen. Der ledige 43-Jährige aus dem Düsseldorfer Süden soll mit der verdächtigen Frau eine Beziehung gehabt haben. Sie war es auch, die die Rückkehr ihres schwer verletzten Ex-Freundes der Polizei meldete. Alles nur eine Schau?

Der Staatsanwalt: „Sie spielte wohl eine aktive Rolle. Wir haben Menschenraub, räuberische Erpressung, schwere Körperverletzung. Freiheitsberaubung, Computerbetrug. Strafandrohung bis 15 Jahre!“ Dass die Verdächtigen die Wohnung ihres Opfers plünderten, die Spüle ausbauten und alle Elektrogeräte mitnahmen, fällt da kaum noch ins Gewicht.

Mysteriös bleibt dabei das eigentliche Motiv der Bande. Sie wollte an sein Geld, doch sie erpressten von ihrem Opfer „nur“ die PIN-Nummer der Scheckkarte, erbeuteten gerade mal ein paar hundert Euro.

Der Staatsanwalt schließt nicht aus, dass es sich auch um einen Racheakt oder eine Bestrafungsaktion der Ex-Freundin handelt, die die Tat anzeigte. Das Opfer war nach seiner Freilassung sofort zu ihr gekommen, wohl unwissend, dass sie dahinterstecken könnte.

Bäuerle: „Es muss noch Vieles erhellt werden. Die Sache ist nebulös. Wir haben ein Teilgeständnis, aber zu ungenau.“ Ermittler Detscher: „Das Opfer ist traumatisiert, trug schwere Verletzungen davon wie Schnitte und Brandwunden, Hämatome und Prellungen. Nachts durfte das Opfer schlafen, tagsüber wurde es gequält.“

Der Staatsanwalt: „Einige der Verdächtigen sind vorbestraft, auch mit Gewaltdelikten, stehen unter Bewährung. Bei den fünf vermutlichen Haupttätern handelt es sich um eine italienische Person und vier Deutsche, davon drei mit nordafrikanischer Herkunft.“