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Flinger Straße: Sie spielen Schach, statt zu betteln

Rudolf Kautz (54) und Wladyslaw Szatkowski (61) spielen auf der Flinger Straße gegen Passanten Schach.

Rudolf Kautz (54) und Wladyslaw Szatkowski (61) spielen auf der Flinger Straße gegen Passanten Schach.

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Christoph Göttert

Düsseldorf -

Sie wollen nicht betteln und schon gar nicht um Geld spielen. Diese Männer, die seit einigen Tagen auf der Flinger Straße sitzen, wollen bloß Schachspielen.

„Liebe Leute. Wer will mit mir Schach spielen?“ Diesen Zettel klebt Rudolf Kautz (54) neben sein Schachbrett. Dann stellt er, zusammen mit Wladyslaw Szatkowski (61) die Figuren auf. Und schon können die Spiele beginnen. Nur kurze Zeit später kommen die ersten Passanten vorbei und setzen sich ihnen gegenüber.

„Seit rund sieben Jahren fahre ich durch Deutschland. Alle paar Wochen wechsele ich jetzt zusammen mit Wladyslaw die Stadt und spiele auf den Straßen“, erzählt der gebürtige Kasache Rudolf Kautz. „Tagsüber spielen wir Schach und schlafen nachts auf der Straße. Diesem Spiel verdanke ich, dass ich noch lebe.“

Denn: Als er wegen Alkohol vor Jahren auf der Straße landete, stellte der 54-Jährige fast, dass Schach ihm helfen kann, seine Probleme in den Griff zu bekommen. „Schach macht einfach mich und meine Gegner glücklich“, so Kautz. „Man konzentriert sich auf das Spiel und denkt nicht mehr über die Alltagssorgen nach.“