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Falk Jansen (70): Meine skurrilsten Fälle als Schiedsmann

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Falk Jansen (70) war 30 Jahre lang im Ehrenamt.
Falk Jansen (70) war 30 Jahre lang im Ehrenamt.
Foto: Nicole Gehring
Düsseldorf –  

Schiedsleute sind die Anlaufstelle für Streithähne aller Art. Nachbarschaftsstreit, Kneipenschlägerei oder ein abgefahrener Autospiegel: Immer, wenn zwei Parteien einen Konflikt nicht selbst lösen können, können sie sich an die Schiedsleute ihrer Stadt wenden. In Düsseldorf sind das derzeit 20 Männer und Frauen, jeder für einen Stadtbezirk. Falk Jansen (70) war 30 Jahre lang einer von ihnen. Jetzt geht der Oberkasseler nun in Rente, und erzählte dem EXPRESS vorab noch seine drei skurrilsten Fälle (siehe unten).

„Ich habe den Job immer gern gemacht“, sagt Falk Jansen rückblickend auf seine letzten drei Jahrzehnte im Schiedsamt. Noch während seiner Zeit in der Stahlindustrie hatte er die ehrenamtliche Aufgabe übernommen. Jansen: „Es war Neuland für mich, aber die Schulungen, die man erhält, lassen auch zu, dass man ohne juristische Vorkenntnisse an das Amt herangehen kann.“

In den 80er Jahren handelte es sich allerdings noch nicht um die oftmals eher lapidaren Nachbarschaftsstreitigkeiten. Da musste Schiedsmann Jansen häufig noch Strafrechtliches wie Körperverletzungsdelikte oder Hausfriedensbrüche aufklären. „Mit der Zeit haben die aber nachgelassen, weil die Leute heutzutage schneller zum Gericht gehen und das Schiedsamt unter den Tisch fällt“, sagt der 70-Jährige.

Dabei hat der Gang zur Schiedsperson den Vorteil, dass der Weg zur gütlichen Einigung weitaus häufiger und friedvoller geschieht, als es vor dem Kadi passiert: Auf Landesebene haben die Schiedsleute immerhin eine Erfolgsquote von 55 bis 60 Prozent.

Das erspart den Gerichten jedes Jahr viel Arbeit und dem Bürger unnötige Prozesskosten. Bei Schiedsmann Jansen lag die Erfolgsquote übrigens sogar bei 80 Prozent, und damit geht er nach mehr als 500 bearbeiteten Schiedsfällen nun wirklich wohlverdient in Rente.

Fall1
Fall 2
Fall 3

Heiße Suppe mit Fußball-Einlage

Einem Ehepaar musste Jansen helfen, nachdem ihnen die Nachbarsfamilie das Abendessen ruiniert hatte: Plötzlich war ein Ball der Nachbarskinder in der Suppenschüssel gelandet. Der ebenso wütende wie hungrige Ehemann wandte sich an den Schiedsmann. Das Suppen-Dilemma konnte Jansen lösen, indem er die Nachbarn dazu überredete, ein Fangnetz zwischen beiden Gärten zu installieren.

Seniorenticket für Arzt (50)

Das Bären-Ticket der Rheinbahn ermöglicht rüstigen Senioren ab 60 Jahren günstige Touren durchs gesamte Gebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr. Ein 50-jähriger Arzt wollte das Ticket aber auch schon nutzen und fühlte sich vom Mindestalter diskriminiert. Schiedsmann Jansen konnte ihn nicht von einer der Ticket-Alternativen überzeugen, und so ging der Fall ans Gericht – das die Klage abschmetterte.

Von Haufen und Menschen

Jahrelang hatten zwei Familien nebeneinander gelebt, ohne einen Zaun zwischen ihren Gärten. Deswegen konnten die Hunde der einen Familie ungehindert ihr Geschäft im Garten nebenan verrichten, wo die Kinder dann zwischen Hundehaufen spielen mussten. Der Hundebesitzer weigerte sich zunächst einen Zaun aufzustellen, doch Jansen schaffte es schließlich, ihn von der Notwendigkeit zu überzeugen.

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