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Es ging um 10.000 Euro Darum fielen die Schüsse im Wald

Einsatzhundertschaften der Polizei durchkämmten gestern den Wald rund um den Parkplatz.

Einsatzhundertschaften der Polizei durchkämmten gestern den Wald rund um den Parkplatz.

Foto:

Bernd Obermann Lizenz

Düsseldorf -

Der Mordanschlag auf den Kölner Oleg P. (36) im Wald bei Angermund – es war ein Streit um Geld. Das berichtete die Polizei am Freitag – nachdem der mutmaßliche Täter Boris S. (48) ein Teilgeständnis abgelegt hatte.

Das soll sich abgespielt haben: Oleg P. und Boris S., der mit der S-Bahn aus Bielefeld gekommen war, trafen sich am Angermunder Bahnhof, fuhren von dort zum Waldparkplatz an der Straße nach Lintorf. „Dort sollte Boris S. dem späteren Opfer angeblich ein Darlehen zurückgeben“, berichtet Rainer Zöllner, Leiter der Mordkommission.

Die beiden gebürtigen Kasachen kannten sich über einen gemeinsamen Bekannten. Boris hatte sich von Oleg Anfang des Jahres rund 10?000 Euro geliehen. Doch der in der Vergangenheit bereits zu acht Jahren Haft (Betrug, Bankraub) verurteilte arbeitslose Boris S. hatte wohl nie die Absicht und auch gar nicht die Möglichkeit das Geld zurückzuzahlen.

Er hielt den Handelsvertreter aus Köln mit einer Märchengeschichte hin. Er wolle noch ein teures Auto kaufen, der Verkäufer käme auch zum Parkplatz. 90 Minuten warteten die beiden Männer im Auto. Dann setzte sich Boris mit dem Vorwand, etwas auf dem Rücksitz vergessen zu haben, nach hinten. Er zog die Waffe. Oleg P. merkte davon nichts.

Der 48-Jährige schießt ohne Vorwarnung zweimal. Oleg P. fällt aus dem Auto. Draußen beugt sich der Schütze über sein Opfer, zielt auf den Kopf und drückt ab. Oleg P. hat unfassbares Glück im Unglück. Die Kugel trifft ihn an Hals und Schulter. Er überlebt wie durch ein Wunder, konnte sogar schon von der Kripo befragt werden.

Bevor er nach den Schüssen bewusstlos wurde, konnte er einer Zeugin noch den Namen des Täters nennen. Der wurde am Mittwochmittag im Haus seiner Tochter in Dorsten vom SEK widerstandslos festgenommen.

Von der Tatwaffe fehlt noch jede Spur, die Polizei durchkämmte am Freitag ergebnislos den Wald. Gefunden wurde allerdings eine Tüte mit Munition für die verwendete Pistole. Die hatte Boris S. auf der Flucht weggeworfen. Die Waffe will er in einem Fluss entsorgt haben.

„Ich habe Haftbefehl wegen versuchten Mordes beantragt“, sagt Staatsanwalt Christoph Kumpa. Boris S. ging am Freitag in Untersuchungshaft.

Doch was steckt wirklich hinter der Schießerei? Ging es tatsächlich nur um ein privates Darlehen? Oder steckt noch viel mehr dahinter? Die Ermittler versuchen derzeit genau das aufzuklären. Dabei wird auch ein Blick in die Vergangenheit vom Opfer Oleg P. geworfen.