Es gibt Menschen, die es einfach glücklich macht, anderen helfen zu können. Einer von ihnen heißt Georg Kaminski. Er opfert regelmäßig seine Mittagspause, um sich im Dominikus-Krankenhaus als „Grüner Herr“ ehrenamtlich um die Belange der Patienten zu kümmern.
Es war mir schon immer ein Bedürfnis, mich um Schwächere und Bedürftige zu kümmern. Das gehört für mich eben zum Sinn des Lebens“, sagt Georg Kaminski. In seinem Betrieb bildete der Kfz-Meister bereits 12 Gesellen aus, die aus Sonderschulen stammten. Alles Jungs, die sonst keiner haben wollte. Die ohne ihn keine echte Chance im Leben bekommen hätten.
Als Georg Kaminski vor zwei Jahren ins Krankenhaus kam, fasste er einen weiteren Entschluss: „Ich traf eine «Grüne Dame», die sich um Bettlägerige kümmerte und war zutiefst beeindruckt. So etwas wollte ich auch tun.“ Dabei war es ihm auch völlig egal, dass er als männliches Exemplar unter den „Grünen Damen“ eher als Exot gelten würde.
Seitdem legt der 64-Jährige in der Mittagspause seinen Schraubschlüssel beiseite, geht ins benachbarte Heerdter Krankenhaus. Dort geht er dann von Zimmer zu Zimmer, fragt die Patienten, was er für sie erledigen kann. Georg Kaminski: „Dabei handelt es sich vor allem um bettlägerige Patienten, die kaum oder gar keinen Besuch bekommen.“
Für sie holt der Düsseldorfer dann den EXPRESS am Büdchen, holt ihnen einen Tee aus der Cafeteria oder geht für sie zur Post. „Das ist aber eher das Standardprogramm“, sagt Georg Kaminski.
Es gibt auch viele Seelen zu trösten: „Manchen Leuten tut es gut, wenn ich ihnen aus einem Buch vorlese, weil sie es selbst nicht mehr lesen können. Oder wenn ich ihnen einfach zuhöre, weil es kein anderer tut. Manchen Patienten tut der Körperkontakt gut, wenn ich ihre Hand halte.“
Wenn Georg Kaminski seinen weißen Kittel (einen grünen gibt’s leider nur für die Damen) wieder auszieht, um in seiner Werkstatt in Heerdt weiterzuarbeiten, hat er stets ein gutes Gefühl: „Es ist etwas sehr Schönes, anderen etwas zu geben. Das vermittele ich auch meinen beiden Söhnen.“
Die Bezeichnung „Grüne Dame“ beziehungsweise „Grüner Herr“ beruht auf den grünen Kitteln, die die ehrenamtlichen Mitarbeiter von Ärzten und Pflegern in Kliniken und Pflegeheimen unterscheiden. Die ökumenische Krankenhaus- und Altenheimhilfe ist christlich inspiriert.
Brigitte Schroeder hatte sie nach amerikanischem Vorbild 1969 gegründet. In Deutschland gibt es rund 10000 Grüne Damen, nur ca. 500 Grüne Herren.
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