Die sogenannte Manga-Fan-Gemeinde ist überschaubar. Man kennt sich von den Events. Auch der als Manga-Kätzchen verkleidete Oliver M. (33) ist in der Szene bekannt. Nicht gerade angenehm.
Und er ging in Luft, als Rosie (23/ Name geändert) auf
einem Treffen laut miaute. „Ich möchte nicht von dir anmiaut werden“, beschwerte sich Oliver M., und dann soll er geprügelt haben. So der Vorwurf vor Gericht.
Ein bizarrer Prozess. Denn Manga-Kätzchen Oliver wirkte psychisch angeschlagen, weshalb auch ein Gutachter hinzugebeten wurde. Der hörte gespannt, was Oliver erzählte. „Ich werde verfolgt“, meinte er nervös. Und wollte zunächst gar nichts sagen.
Später rückte er damit heraus, dass er glaubt, hinter der Manga-Szene versteckten sich Pädophile, die auf den Veranstaltungen ungestraft jungen Mädchen nachstellen. Um das zu filmen, sei er immer mit der Kamera dabei. „Ich darf das. Das hat die Polizei gesagt.“ Doch Rosie und ihre Freundin wollten nicht von einem Fremden gefilmt werden. Deshalb sprachen sie Oliver schon vor Monaten auf einer Veranstaltung an, die Aufnahmen zu löschen.
In Düsseldorf traf man erneut aufeinander. Rosie: „Ich sagte zu einer Freundin, die sich als Katze verkleidet hatte, miau. Da kam der schon angeschossen. Er ging mir an die Gurgel, würgte mich und rief aber um Hilfe.“
Oliver: „Sie hat mich angegriffen. Ich bin das Opfer.“ Aufgelöst rief Rosie ihre Eltern an. Die kamen, und die Mutter stellte Oliver zur Rede. Mit dem Ergebnis, so die Anklage, dass er auch auf sie losging. Die Richterin stoppte die Verhandlung, weil der Gutachter die Zurechnungsfähigkeit Olivers in Zweifel zog. Jetzt wird es einen neuen Prozesstermin geben.
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