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Düsseldorf: Pegida will bei Schützen wildern

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Die Schützen wehren sich heftig gehen Anwerbe-Versuch der „Pegida“, die ihnen einen Brief (rechts) schickte.

Foto:

Nicole Gehring

Düsseldorf -

Die Schützensaison ist zwar vorbei, aber jetzt werden die Vereine selbst zum Ziel. Die Rechtsextremisten von „Pegida NRW“ (besteht vor allem aus Aktivisten der Neo-Naziszene) versuchten in den vergangenen Wochen, gezielt Schützen anzusprechen und für ihre Demonstrationen anzuwerben. Immer mehr Schützenvereine und -bruderschaften erreichte ein Brief, in dem die Pegida-Aktivisten um ihre Mitglieder werben.

Traditionen sind in Gefahr

Sie loben die Vereine als Bewahrer von Tradition, nehmen Bezug auf den Leitsatz „Glaube, Sitte, Heimat“, den die Bruderschaften mit sich tragen. Und sie schreiben:

Leider sind diese Traditionen, Feste und Feiern durch die zur Zeit stattfindende unkontrollierte Masseneinwanderung, oft von Einwanderern anderer Glaubensrichtungen, in Gefahr.

Zum Schluss behaupten die Pegidisten, dass auch sie für den Erhalt der Heimat, der Tradition und „christlicher Werte“ stünden.

Wenn man die Äußerungen dieser Leute wahrnimmt, muss man sagen: Das ist für uns Christen nicht akzeptabel. Das Kreuz wird von denen als politisches Kampfsymbol missbraucht. Das Kreuz gegen Muslime einzusetzen, ist blasphemisch.

Das sagt Michael Hänsch, Theologe und Geschäftsführer des katholischen Stadtverbandes.

Leitsatz von Pegida missbraucht

„Wir historische Schützen geben Flüchtlingen Heimat“, sagt Rolf F. Nieborg, Sprecher des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften. „Unser Motto Glaube, Sitte Heimat wird von Pegida missbraucht. Aber wenn die glauben, dass sie damit einen von uns erreichen, haben sie sich in den Finger geschnitten.“

Öffentlich stellten sich zum Beispiel die Kalkumer Schützen klar gegen die Rechten: „Pegida, ihr seid auf der falschen Seite der Geschichte. Ihr findet in uns keine Verbündeten. Niemals!“