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Die Nachbarn leiden: Super-Messie findet seine Wohnung normal

Der Eingang zum Messie-Haus von Langenfeld: Vollgepackt mit Kartons, Plastiktüten, Müllsäcken und alten Lebensmitteln.

Der Eingang zum Messie-Haus von Langenfeld: Vollgepackt mit Kartons, Plastiktüten, Müllsäcken und alten Lebensmitteln.

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Anna Schwartz

Langenfeld -

Plastiktüten, so weit das Auge reicht. Haufenweise Kartons, ranzige Möbel, verdorbene Lebensmittel. Der Vorgarten eines Reihenhauses auf dem Rosenweg in Langenfeld sieht furchtbar aus. Ein Messie-Haus inmitten einer Kleinstadtidylle. Die Nachbarn leiden unter Gestank und Ratten. Das Ordnungsamt ist hilflos.

Erklärungsversuche: „Das ist kein Müll“, sagt die Tochter der Familie Ü. dem EXPRESS. Sie wohnt zusammen mit ihrer Mutter in dem Messie-Haus. „Sie kann einfach nichts wegschmeißen, sie ist schon 73 und hat den Krieg miterlebt.“ Weil das Haus schon vollgepackt sei, wird das „bisschen Gerümpel“ jetzt eben draußen gelagert.

Was ist mit den Lebensmitteln, die draußen gelagert werden und Ratten anziehen? „Das sind keine Ratten, das sind Igel“, sagt die junge Frau. Was die Nachbarn rund um das verwahrloste Haus ganz anders sehen. „Die Ratten kommen rüber in meinem Garten“, sagt eine Anwohnerin. Bei ihr selbst seien die Schädlingsbekämpfer schon gewesen.

„Die Situation für uns Nachbarn ist unerträglich“, ergänzt ein Mann, der auf der anderen Straßenseite wohnt. Neben den fürchterlichen Zuständen werde man auch immer wieder durch lautes Geschrei gestört. „Wenn die Tochter Dinge wegräumen will, eskaliert es regelmäßig“, so der Nachbar.

Schon häufiger habe die Polizei für Ruhe sorgen müssen. Weil die Bewohner mittlerweile aggressiv reagieren, möchten die Anwohner anonym bleiben. „Sonst wird mir der Autospiegel noch abgebrochen.“

Das Langenfelder Ordnungsamt ist eingeschaltet: „Wir haben bereits verschiedene Zwangsmittel eingesetzt, die Bewohner zeigen sich aber unbelehrbar“, sagt Heike Müller, stellvertretende Leiterin des Ordnungsamts. U. a. wurde ein Container für die Müllentsorgung bereitgestellt. Dieser zeige aber nur kurzfristige Effekte, das Chaos kam wieder.

Weil es sich um ein eigenes Grundstück handelt, sind der Stadt gesetzlich die Hände gebunden. Rechtsberater Michaelo Damerow: „Auf dem eigenen Grundstück darf man sich frei bewegen und verhalten. Lediglich die Ratten sind eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung.“

Aber das sind ja keine Ratten, das sind ja Igel...