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Das steckt hinterm „Kurhut“: Schauen Sie mal! Düsseldorf hat jetzt wieder eine Krone

Die Medici-Macher Dr. Paul Breuer, Christian Steinmetz, Silke Rau (v. r.) mit Krone und Interconti-Direktor Ronald Hoogerbrugge.

Die Medici-Macher Dr. Paul Breuer, Christian Steinmetz, Silke Rau (v. r.) mit Krone und Interconti-Direktor Ronald Hoogerbrugge.

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Uwe Schaffmeister

Düsseldorf -

Der materielle Wert: ungefähr ein Mittelklasseauto. Der ideelle Wert: unschätzbar. Düsseldorf hat wieder eine Krone! Und jetzt können wir alle sie sehen. Es ist der sogenannte „Kurhut“ des großen Kurfürsten Jan Wellem (1658-1716). Seine geliebte Frau Anna Maria Luisa de Medici (1667-1743) trug ihn im Grab. Zeichen der Liebe und Verbundenheit in Ewigkeit.

Jetzt ist die Krone (22 Zentimeter hoch, 18 Zentimeter Durchmesser, vergoldet), eine prächtige Arbeit von Juwelier Georg Hornemann, so schön wie damals. Dazu verziert mit purpurfarbenem Samtstoff und Hermelinkranz – übrigens aus Museumsbestand, so dass kein Tier leiden musste.

Die Krone: ein Geschenk des Vereins „Anna Maria Luisa de Medici e.V.“. Deren Beirat Dr. Paul Breuer dankt Montag bei der Präsentation im InterConti vor allem dem Stifter, der den Nachbau finanzierte. „Es ist Dr. Max Schlereth von der Derag.“ Im neuen Medici-Hotel der Derag-Gruppe an der Mühlenstraße soll die Krone eine Heimat finden, wenn der Bau fertig ist.

Doch erstmal gibt’s eine große Parade durch die Altstadt. Am Mittwoch ab 18 Uhr werden 120 Schützen, angeführt von Oberst Günther Pannenbecker, die Krone vom Medici-Platz am Stadtmuseum bis zur Andreaskirche bringen, wo sie dann viele Monate öffentlich zu sehen sein wird.

Pannenbecker: „Eine große Ehre für uns. Denn Jan Wellem war zweimal selbst Schützenkönig.“ Angeführt wird der Umzug von vier Jagdreitern, Jan Wellem (gespielt von Horst Nikisch) und Anna Maria (gespielt zum 20. mal von Pannenbeckers Tochter Patricia).

Festliche Musik zur Einkehr der Krone in die Kirche, in der der Kurfürst begraben ist, macht Donnerstag (19.30 Uhr) u. a. Cellist Thomas Beckmann. Und wie macht die Stadt mit?

Medici-Beirat Dr. Paul Breuer: „Leider bisher nicht so gut. Wir haben die Stadt vor drei Wochen eingeladen und bis auf den SPD-Fraktionsvorsitzenden hat niemand zugesagt. Das finde ich sehr schade. Das ist doch ein Pfund für die Kultur in Düsseldorf.“