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Bettler-Tricks auf der Kö: Erst Krücken, dann spazierte er ohne weiter

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Auf zwei Gehhilfen gestützt bettelt der Mann auf der Kö und erweckt Mitleid.
Auf zwei Gehhilfen gestützt bettelt der Mann auf der Kö und erweckt Mitleid.
Foto: Claßen
Düsseldorf –  

Nicht in Lourdes, nicht in Tschenstochau, sondern mitten auf der Kö erlebt man derzeit Übernatürliches: Die Wunderheilung von Düsseldorf. Augenscheinlich schwer behinderte rumänische Bettler können wieder laufen! Ein Ärgernis auch für die vielen armen Schlucker, die hier ohne Tricks auf ein paar Euro hoffen.

Düsseldorfs Glitzermeile Kö: Hier flanieren die Schönen und Reichen. Ein Euro oder zwei für die Ärmsten ab. Die sind nämlich auf der Kö auch seit langem zu Hause. Bettler aus aller Herren Länder.

Kurz darauf kann er sich aber problemlos bücken und einen Kumpel im Rollstuhl schieben.
Kurz darauf kann er sich aber problemlos bücken und einen Kumpel im Rollstuhl schieben.
Foto: Bullet

Seit zwei, drei Jahren sieht man dabei immer wieder Gestalten, denen es offenbar richtig schlecht geht. In abgerissenen Klamotten schleppen sie sich an Krücken über die Nobelmeile, die Beine augenscheinlich schwer deformiert.

„Aber wenn man diesen Leuten Geld gibt, kann man es auch gleich in den Gully werfen“, sagt Wilfried Claßen von der Kö-Sicherheitsfirma „Bullet Security“. Er beobachtete jetzt die aus Rumänien stammenden Bettler einmal genauer. Das Ergebnis ist ein Wunder.

„Nachdem sie mit dem Betteln fertig sind, quasi Feierabend machen, können die plötzlich wieder ganz normal laufen.“

Claßen beobachtete einen Mann um die 50, der auf zwei Krücken gestützt auf der Kö steht. „Morgens schiebt er seinen Kumpel im Rollstuhl auf die Kö, stellt sich dann selbst ein paar hundert Meter weiter auf.“ Abends läuft der Mann dann mit den Krücken unter dem Arm Richtung Hauptbahnhof. Er kann sich sogar problemfrei bücken, um Sachen von der Straße aufzusammeln.

Die Gehhilfen braucht er nun nicht mehr!
Die Gehhilfen braucht er nun nicht mehr!
Foto: Claßen

„Uns fehlt dagegen die rechtliche Handhabe“, sagt Ordnungsamtschef Michael Zimmermann. Es handele sich nicht um aggressives Betteln – das sei in Düsseldorf verboten. Bettel-Betrug durch Vortäuschen einer Behinderung müsse die Polizei verfolgen.
Dort will man aber auch nichts tun. „Das ist zuerst ein ordnungsbehördliches Problem“, schiebt ein Sprecher den schwarzen Peter zurück an die Stadt.

In München hat man vor zwei Jahren ganz anders reagiert. Die Polizei observierte die Bettler, enttarnte so ihre Hintermänner, die die armen Teufel jeden Abend abkassierten. Immerhin nimmt jeder Bettler um die 100 Euro am Tag ein. Die Bettel-Mafiosi kamen wegen Menschenhandels vor Gericht.

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In südosteuropäischen Staaten werben die Köpfe der Bettel-Mafia ihre Handlanger an.
Ihnen wird ein Job in Deutschland versprochen, manchmal werden sie auch gezwungen zu gehen – indem man ihnen mit der Ermordung von Familienmitgliedern droht. Die Fahrtkosten müssen die Bettler dann in Deutschland
abarbeiten. Jeden Abend werden ihre Einnahmen von den Mafiosi einkassiert. Diese Bettler sind also auch Opfer der Mafia.

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