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Empfehlen | Drucken | Kontakt 21.12.2012 - 18:06 Uhr

Angermunder Wald: Opfer stöhnte: „Boris wollte mich töten!“

Von MICHAEL KERST
Nach den Schüssen von Angermund: Der dreimal getroffene und schwerst verletzte Oleg P. (36) wird abtransportiert.
Nach den Schüssen von Angermund: Der dreimal getroffene und schwerst verletzte Oleg P. (36) wird abtransportiert.
Foto: Gerhard Berger
Düsseldorf –  

Dass der 36-jähriger Oleg P. (Name geändert) noch lebt, grenzt an ein Wunder: Drei Schüsse trafen ihn in den Oberkörper (allerdings nicht – wie ursprünglich berichtet – in den Kopf). „Der Notarzt gab ihm kaum eine Überlebenschance … aber die Ärzte vollbrachten ein Wunder“, sagt Staatsanwalt Christoph Kumpa.

Nur einen Tag nach der mörderischen Attacke im Wald bei Angermund gelang der Mordkommission „Kalkstraße“ Donnerstagnachmittag ein spektakulärer Fahndungs-Blitzerfolg: Der dringend tatverdächtige Boris S. (48, Name geändert) wurde an seinem Wohnort in der Nähe von Recklinghausen vom SEK festgenommen.

Ausgerechnet Oleg P. selbst war es, der den Ermittlern den entscheidenden Hinweis auf den Täter gab – kurz bevor er ins Koma fiel: Nachdem er schwerst verletzt vom Waldparkplatz auf die Lintorfer Waldstraße vor das Auto eines 58-jährigen Elektrikers gestürzt war, soll er diesem gesagt haben: „Boris wollte mich töten!“ Und er soll ihm sogar den Namen des Angreifers genannt haben. Die Ermittler selbst konnte mit dem Opfer nicht sprechen: Die Not-OP und die lebensgefährlichen Verletzungen machten das unmöglich.

Dennoch bemühten sich Kumpa und die Mordermittler aus dem Polizeipräsidium gestern fieberhaft um einen Haftbefehl gegen Boris S. „Wir hätten sonst riskiert, dass der Tatverdächtige in ein Flugzeug steigt und weg ist“, so Kumpa.
Beide, Schütze Boris S. und Schussopfer Oleg P., stammen aus einem Staat der früheren Sowjetunion, sollen aber seit Jahren in Deutschland leben.

Zum Motiv für die Schüsse von Angermund wollen die Ermittler erst während einer Pressekonferenz am Freitag nähere Einzelheit sagen. Fest scheint allerdings zu stehen: Zwischen Täter und Opfer gab es keine Beziehung mit kriminellem Hintergrund. Spekulationen, es könnte sich um einen missglückten „Rip-Deal“ gehandelt haben (also einen Betrugsversuch rund um das Auto von Oleg P., einen Honda) wies Staatsanwalt Kumpa zurück.

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